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Salzspiegel und Salzhang

Fulda, Ernst

Kurzfassung

Den Erosionsformen der Erdoberfläche müssen die Auslaugungsoberflächen der Salzlagerstätten in der Tiefe zur Seite gestellt werden. Infolge der leichten Löslichkeit der Salzgesteine steht das Salzgebirge nur selten (in regenarmen Ländern) zutage an wie z.B. der tertiäre Salzstock von Cardona in Spanien. In der Regel ist das Salz bis zu einer gewissen Tiefe unter der Erdoberfläche zerstört. Die Auslaugungsoberfläche liegt nur ausnahmsweise in geringerer Meereshöhe als die benachbarten Talsohlen. Dies ist z.B. bei der Berchtesgadener Salzlagerstätte der Fall. Dort reicht das Salz, das an seiner Oberfläche durch Verwachsung mit dem nachgesunkenen Hangenden das sogenannte Haselgebirge bildet, bis zu 130 m über die Höhenlage des Achetales herauf und kann deshalb durch Stollenbetrieb aufgeschlossen werden. In Mittel- und Norddeutschland liegen alle Salzlagerstätten tief unter den tiefsten Geländepunkten. In den meisten Fällen liegt die Auslaugungsoberfläche in Tiefenlagen zwischen 100 m und 300 m unter der Erdoberfläche. Geringere (Lüneburg) und größere Tiefen (Holleben bei Halle a. S. 530 m) sind seltene Ausnahmen. Meistens ist die Auslaugungsoberfläche ein Salzspiegel, d.h. eine von einer horizontalen Ebene nicht erheblich abweichende Fläche. Gelegentlich kommen auf dem Salzspiegel buckelartige Erhebungen vor, wie z.B. innerhalb der Schachtröhre des Schachtes Riedel festgestellt werden konnte. Ein allmähliches Abfallen des Salzspiegels nach der Salzflanke zu wurde am besten durch eine Reihe von Bohrungen südlich von Oldau ermittelt, kommt aber auch sonst häufig vor. In den norddeutschen Salzstöcken hat der Hauptanhydrit infolge seiner Zertrennung in einzelne Schollen während des Aufpressungsvorgangs meist den Charakter einer unlöslichen Scheidewand zwischen älterem und jüngerem Salz verloren. ...