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Über den Formenkreis des Fusus trilineatus Sow. Fususmultisulcatus Nyst und seine stratigraphische Verwendbarkeit

Gagel, G.

Kurzfassung

In seiner klassischen Arbeit über ,Die Conchylien des norddeutschen Tertiärgebirges" (diese Zeitschrift 1853 bis 1856 S. 278-287, Taf. 21, Fig. 7-9) beschreibt Beyrich ausführlich den Fusus multisulcatus Nyst. und hebt hervor, daß diese sehr variable Form mindesttens vier deutlich verschiedene Abarten zeige, die auf verschiedene Lokalitäten sich verteilen, daß die im Septarienton bei Boom vorkommende Form ursprünglich von Nyst. mit dem Fusus trilineatus Sow. identifiziert wäre, und daß die Form der Typuslagerstätten des Mitteloligocäns: Hermsdorf, Freienwalde, Buckow, von dieser belgischen Form sehr stark abweiche, sie hat fadenrunde Rippen und eine ganz glatte Innenschale, während die Form von Boom (ebenso wie der Fusus trilineatus Sow. aus dem Londonton) breite, bandförmige Rippen mit Längsstreifen und eine stark gerippte Innenschale aufweist, daß aber die belgische Form von Boom anscheinend wieder mit der Form aus dem Stettiner Sand übereinstimme. Es sind nun auf Grund dieses so definierten Fusus multisulcatus eine ganze Anzahl Tone als Mitteloligocän bestimmt worden, die sich später auf Grund anderer zwingender Momente als untereocäner Londonton erwiesen haben (Schwarzenbeck, Jatznick, Finkenwalde) und es sind auch andere Londontonvorkommen auf Grund von ,Leitfossilien" ursprünglich als mitteloligocäner Septarienton bestimmt worden; (Hemmoor wegen Cypraea Beyrichi v. Könen, Marienhöhe bei Strasburg auf Grund einer Leda und Nucula, ebenso Jatznick auch auf Grund einer Leda Deshayesiana Duch. und Liepgarten auf Grund einer angeblich von dort stammenden Pleurotoma), die sich dann auf Grund der Brachyurenfauna bzw. auf Grund der unverwechselbaren petrographischen Beschaffenheit der fetten, kalkfreien Colloidtone und ihrer Geoden und Phosphorite als Londonton erwiesen haben. ...