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Zwischenmoor

v. Bülow, Kurd

Kurzfassung

Auf keinem Gebiet der geologischen Praxis findet die Fähigkeit der Pflanze, auf Unterschiede in der Beschaffenheit ihres Substrats zu reagieren, mehr Beachtung als in der Moorkunde. Das geht sogar so weit, daß hier die Pflanze in ihrer Eigenschaft als Indikator ganz zurücktritt und nahezu als solche, als ökologischer Verein zum Selbstzweck der Betrachtung, der geologischen Einordnung und Aufnahme wird. Da der Pflanzenverein die petrographischen Eigenschaften des aus ihm hervorgehenden Kaustobiolithes bestimmt, erscheint eine solche Betrachtung bis zu einem gewissen Grade gerechtfertigt, sofern man sich bewußt bleibt, daß man die Ursache für die Wirkung setzt. Zwei Moortypen sind scharf zu umreißen: das Flachmoor und das Hochmoor. Rein floristisch vermittelt zwischen beiden hinsichtlich ihrer Lebensansprüche und Zusammensetzung die Pflanzenwelt des Zwischenmoores. Als Übergangsform haftet ihr natürlich einmal die Unsicherheit der Abgrenzung an, die nur als methodisches Hilfsmittel gerechtfertigt ist. Zum anderen aber stellt dieser Übergangstyp ein mehr oder weniger unwesentliches Glied in der Ontogenie der Moore dar und ist sozusagen nur zufällig mit den beiden Haupttypen verknüpft. Der Charakter der Flachmoorvegetation und damit des Flachmoores und seines Torfes ist durch ihre Lebensumstände bedingt. Abgesehen von den limnischen Faulschlammbildungen, deren Ablagerung; der des Torfes voranzugehen pflegt, sind es im wesentlichen Sedimentations- und Verlanderbestände, die die Hauptmasse des das Wasserbecken ausfüllenden Torfes zusammensetzen. Beide verlangen einen gewissen Salzgehalt des Wassers, das an sich conditio sine qua non für ihre Existenz ist. Das reiche Tierleben verlandender Gewässer vermag die verhältnismäßig geringe Stoffproduktion der Sedimentationsbestände zu zerstören; ebenso sind Bakterien und Kleintierwelt im Röhricht noch imstande, die meisten struierten Teile, bis auf die von der Luft abgeschlossenen - Wurzeln und Rhizome -, zu zersetzen. Aus diesen Gründen resultiert im Flachmoor ein gleichmäßig zersetzter, dunkler Torf, der infolge seiner Entstehung im Grundwasser reich an Aschebestandteilen ist: Kalk, Eisen, dazu Stickstoff und Kali. ...