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Die varistische Gebirgsbildung des Eulengebirges und ihre Beziehung zu dem ,sudetischen" Streichen der Eulengneise

Finckh, L.

Kurzfassung

Gelegentlich der geologischen Aufnahmen im Eulengebirge und in der Frankensteiner Gegend wurden wichtige Beobachtungen gemacht, die geeignet sein dürften, in die Frage der Gebirgsbildung der schlesischen Sudeten einiges Licht zu bringen. Als ich auf Grund meiner Untersuchungen zu der Erkenntnis gekommen war, daß die Gabbros und Peridotite (Serpentine) im Außenrand der Eulengebirgsmasse wie die kleineren, ursprünglich gabbroiden Einlagerungen in den inneren Teilen des Gebirges mit den Granitgneisen des Eulengebirges zusammengehören, wurde die Frage, welches Alter diesen basischen Massen zukommt, auch für die Zeitbestimmung der Auffaltung des Gebirges von großer Bedeutung. Durch den von anderer Seite erfolgten Nachweis von Gabbrogeröllen an der Basis der Oberdevonkalke von Ebersdorf bei Neurode war ein voroberdevonisches Alter dieser Gesteine festgelegt. Diese nach oben gegebene Begrenzung gilt auch für die Gneise des Eulengebirges, da die oberdevonischen Gneiskonglomerate der Freiburger Gegend und der Kulmkonglomerate des Eulengebirges die Eulengebirgsgneise bereits enthalten. Schwieriger schien es, eine Grenze nach unten zu finden. Wohl hatte ich den Eindruck, daß die Adinolen der Herzogswalder Schichten in der Gegend zwischen Silberberg und Wartha, die das Liegende der Kulmgrauwacken bilden, Kontaktgesteine der Gabbros und Peridotite dieses Gebiets sein könnten. Man kannte aber bisher noch keinen engeren Zusammenhang. Inzwischen ist es mir aber gelungen, Adinolen als Hangendes von Serpentin am Gebirgsrand nahe bei Briesnitz aufzufinden. Das Alter der Herzogswalder Schichten wurde von Dathe als Unterdevon oder Unterstes Kulm angesprochen. ...