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Zur Diabasfrage

Finckh, L.

Kurzfassung

Wie die früher als Sammelnamen benützten Begriffe ,Grünstein" und ,Grünschiefer", so wird noch heute die Bezeichnung Diabas in der Gesteinkunde als Sammelbegriff für ganz verschiedenartige basische Eruptivgesteine angewendet. Während man sonst bei den massigen Gesteinen einen scharfen Unterschied zwischen Tiefengesteinen und Ergußgesteinen macht, faßt man noch immer als ,Diabase" alle paläovulkanischen Plagioklasaugitgesteine mit oder ohne Olivin zusammen, die durch ophitisch-körniges bis dichtes Gefüge ausgezeichnet sind, gleichviel ob es sich um Tiefengesteine, Ganggesteine oder Ergußgesteine handelt. W. C. Brögger hat schon im Jahre 1895 die Notwendigkeit einer schärferen Abgrenzung des Begriffs ,Diabas" betont. Er beschränkte daher diesen Namen auf paläotype basische Gang- und Ergußgesteine, also auf die palaeovulkanischen Äquivalente der Feldspatbasalte und Dolerite. Die mit Unrecht als Diabas bezeichneten Tiefengesteine gehören entweder zu den ophitischen Gabbros oder zu den Essexiten. Die von Brögger früher als Olivingabbrodiabase beschriebenen Gesteine des Kirchspiels Gran in Norwegen wurden von ihm später als Essexite erkannt. Auch unter unseren deutschen Diabasen gibt es Tiefengesteine, die teils als Essexite, teils als ophitische Gabbros anzusprechen sind. Eine gewisse Schwierigkeit besteht darin, daß es unter den sicher als Ergußformen zu deutenden Diabasen auch Typen mit gröberem körnigen Gefüge gibt, die den Doleriten entsprechen. Wenn man aber nach den geologischen Verhältnissen und der Art des betreffenden Gesteins seine Tiefengesteinsnatur folgern kann, sollte man es entsprechend seiner stofflichen Zusammensetzung in die Familie der Essexite oder der Gabbros stellen. Nur die basischen Ergußgesteine werden nach ihrem Alter in drei Gruppen, in die paläovulkanischen Diabase, die mesovulkanischen Melaphyre und die neovulkanischen Basalte getrennt. ...