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Über die oberliassische ,Schwarze Kreide" von Vehrte bei Osnabrück

Stieler, Carl

Kurzfassung

Einleitung und Über die Eigenschaften der ,Schwarzen Kreide": Die als ,Schwarze Kreide" (Schw. Kr.) in den siebziger Jahren vorigen Jahrhunderts durch Trenkner (23) in die Literatur eingeführten, viel zitierten, nie näher beschriebenen Schichten sind zurzeit noch in einem Bruch, am ,Teufelsbackofen" bei Vehrte, in größerer Ausdehnung erschlossen. Sie werden dort in etwa 33 m Mächtigkeit abgebaut, weitere 15 m im Liegenden bestehen; soweit sich dies nach einigen Anrissen beurteilen läßt, noch aus demselben Material. Als Hangendes folgen der Schw. Kr. 6,50 m ,Blaue Kreide" (Bl. Kr.). Letztere ist zwar weniger wertvoll, wird aber gleichfalls abgebaut und wie die Schw. Kr. verwertet. Mit Ausnahme vom ,Franzosenschwarz" (S und Q des Profils), das ,nicht trocknet und die Mühlen verschmiert", ist jede Schicht technisch verwendbar. Das Franzosenschwarz wird jetzt auf die Halde geworfen, in der Vorkriegszeit ging es nach Frankreich, daher der Name. Die sonstige Schw. Kr. ist ein mehr oder weniger schiefriges, tief schwarz abfärbendes Material; die Bl. Kr. hat demgegenüber einen leichten Stich ins bläuliche. Manche Schichten machen einen fetten Eindruck, so daß man versucht ist, einen hohen Ölgehalt anzunehmen. Das Material läßt sich nur schwer von den Händen abwaschen, es setzt sich unter die Nägel, wo es infolge hohen Säuregehalts wunde Stellen schafft, an denen Infektion nicht ausbleibt. Während meiner Sammeltätigkeit in der Scow. Kr. war ich dauernd mit Eiterungen an den Nägeln behaftet. Die Schw. und Bl. Kr. wird so, wie sie aus dem Bruch kommt (nur nach Auslesen der Schwefelkiesknauer), in die ,Vereinigten Schwarzkreide-Werke", Carl Gösling ,Vehrte", transportiert, und dort in Kammern bei etwa 70º mittels heißer Luft getrocknet. Intensiver SO2-Geruch macht sich beim Trocknungsprozeß bemerkbar, Öl schwitzt nicht aus. Trocken wird das Material in Kugelmühlen gemahlen und ist nun versandfertig. Die Hauptabnehmer sind Farbfabriken, untergeordnete Mengen dienen der Herstellung von Stiefelwichse. ...