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Zum Gebirgsbau der oberbayerischen Alpen

Boden, K.

Kurzfassung

Die ersten vier Tage der Alpenexkursionen im Anschluß an die diesjährige Münchener Tagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft sollten den Teilnehmern einen Überblick geben über den Bau der nördlicheren Teile der oberbayerischen Kalkalpen und der angrenzenden Voralpen. Das kalkalpine Gebiet gliedert sich in zwei verschieden breite Gebirgszonen, die sich zwar nicht unvermittelt gegenüberstehen, sich jedoch sowohl in bezug auf den tektonischen Bau, als auch in bezug auf die Schichtenentwicklung deutlich voneinander scheiden. An der Zusammensetzung der südlichen breiteren Einheit beteiligen sich vornehmlich die jüngeren Triasschichten vom Hauptdolomit aufwärts und nur am Nordrand erscheinen Raibler Schichten und tiefere Triasglieder. Außerdem findet sich Lias in großer Verbreitung und sehr mannigfacher Faziesentwicklung, ferner Oberer Jura-Neokom und in transgressiver Lagerung Cenoman. - Formgebend sind besonders der Hauptdolomit durch seine große nach. Süden mehr und mehr zunehmende Mächtigkeit und die gegen Süden ebenfalls mehr und mehr anschwellenden hellen oberrätischen Riffkalke und Dolomite. Die Lagerung ist auffallend einfach und stellt lediglich ein breites Muldengebiet dar, das im Norden und Süden von Häuptdolomit flankiert wird in den die jüngeren Triasschichten sowie Jura und Cenoman mehr oder weniger tief in mehrere Spezialfalten gegliedert eingesenkt liegen, Längsstörungen fehlen ganz, während die Schichten an Querstörungen, insbesondere solchen, die schräg zum Schichtenstreichen verlaufen mehrfach beträchtlich verschoben sind. - Der erste Exkursionstag zeigt dieses Muldengebiet oder Synklinorium am Wallberg-Setzberg-Risserkogel südlich vom Tegernsee und gibt einen Überblick sowohl über das ähnlich gebaute Leonhardstein-Hirschberg-Roßstein- als auch Bodenschneid-Rothwand-Gebiet. ...