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Über einige Beziehungen zwischen Bau und Metamorphose in den Ostalpen

Mohr, H.

Kurzfassung

Von den Gleichgewichtsstörungen, welche durch die orogenetischen Vorgänge neu geschaffen werden, seien zwei ihrer Art nach einander fremde herausgegriffen und einiges über deren Zusammenhänge erwogen. - Der Prozeß der Gebirgsbildung ist ohne Versteilung der Gefällskurven nicht denkbar - er bedingt Neueinsetzen der Schuttbildung. Andererseits verschieben sich in der Tiefe die Zonen gleicher statischer Bedingungen; ihre Verlagerung verursacht Anpassungsbestrebungen unter den nicht angepaßten Mineralkameradschaften (Metamorphose). Wir nehmen an, daß Schuttbildung und Metamorphose ungefähr parallel ablaufende Prozesse darstellen. Es sind bisher keine Erfahrungen bekannt, welche dem widersprechen würden. Grobschutt läßt Rückschlüsse zu hinsichtlich der Herkunft oder des Ausgangsgesteins seiner Komponenten, er zeigt mithin auch, welche kristallinen Schiefer damals bloßlagen und welches Stadium der Metamorphose sie erreicht hatten. Wir können in den Ostalpen vier ausgeprägte Schutthorizonte von universeller Bedeutung unterscheiden; ein fünfter ist von fraglicher Verbreitung und Wichtigkeit. Mir will dünken, daß die Zuordnung je zweier, zeitlich aufeinander folgender Schutthorizonte, wie sie in dem obigen Schema angedeutet wird, in der geologischen Geschichte der Ostalpen recht deutlich zum Ausdruck kommt. Ein wenig schematisch laßt sich dies folgendermaßen begründen: Im Sinne H. Stilles und A. Wegeners geht der Schub von den beweglichen alten Massiven aus, wobei Bewegungsrichtung und Richtung der Überfaltung, bzw. Überschiebung voneinander selbstverständlich in keinem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen (orogenetische Phase). Der Zusammenschub erzeugt zwischen den Auffaltungen eine Azahl langgestreckter Mulden, die infolge der stürmisch belebten Denudation der Zuschüttung vor allem. ausgesetzt sind. ...