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Die wichtigsten Faktoren der marinen Sedimentbildung jetzt und einst, mit besonderer Berücksichtigung des Klimas

Andrée, K.

Kurzfassung

E. Dacqué gab in seinen ,Grundlagen und Methoden der Paläogeographie" als eine der wichtigsten paläogeographischen Methoden die sedimentpetrographische Methode an. Diese geht darauf aus, aus der Petrographie der Sedimentgesteine ihre Genese abzuleiten - könnte also füglich ,Sedimentpetrogenetische Methode" genannt werden -, wobei es gilt, die ganze Bildungsgeschichte der Gesteine rückwärts gehend über die Stadien der Diagenese bis zum ersten Zusammentreten der primären Gesteinskomponenten zu rekonstruieren. Dacqué konnte sich bereits auf die Arbeiten einer ganzen Anzahl von Jüngern dieser Teilwissenschaft der Geologie stützen, deren Zahl noch stetig zunahm, seitdem Joh. Walther die Geschichte der Erde als ,die Geschichte der Fossilien und der Gesteine" bezeichnet hatte. Auch ich selbst war bemüht, verschiedene Beiträge zum Ausbau dieser Methode zu liefern. Jeder, der in dieser Richtung zu arbeiten unternimmt, wird von selbst zur Beschäftigung in den verschiedensten Grenzgebieten der Geologie genötigt, so der Mineralogie und Petrographie, der Biologie und Paläobiologie, vor allem aber auch der Geographie. Vorstudien zu einer Petrogenese der marinen Gesteine waren es auch, wenn ich mich im Sinne der ,Oritolpgischen Methode" Joh. Walthers mit paläogeogräphischem Endziel in den letzten Jahren mit den rezenten Meenessedimenten beschäftigte und aus den vielsprachig geschriebenen und Vielseitigen diesbezüglichen Untersuchungen den geologisch wichtigen Kern herauszuschälen versuchte; und es lag keineswegs zunächst in meiner Absicht, im II. Band meiner ,Geologie des Meeresbodens" (Berlin, Gebr. Borntraeger 1920) mehr als die rezenten Verhältnisse zu beleuchten. Wenn ich allerdings hier und da in diesem Buch doch einmal einen Ausblick auf fossile Verhältnisse tat, so geschah das zwar an wenigen Stellen, wo es eben allzu verlockend erschien; vor allem aber war es hier und da nötig zur Ergänzung der auch aus den Meeren der Jetztzeit durchaus (noch) lückenhaften Ueberlieferung. ...