Original paper

Über die Herstellung von Lichtbildern geologischer Karten

Huth, W.

Kurzfassung

Sehr häufig kommt der Geologe und insbesondere der Hochschullehrer der Geologie in die Lage, geologische Karten einem größeren Hörerkreise zur Demonstration oder zur Besprechung vorzulegen. Bei der heutigen Art der Vorträge dürfte das Lichtbild allein die geeignete Form der Darstellung abgeben. Die einfachste Art eines Kartenlichtbildes ist die Schwarz-weiß-Zeichnung auf ausfixierter Glasplatte oder auf irgend einer zwischen zwei Glasplatten montierten durchsichtigen Folie. Dazu käme bei komplizierteren Karten die schwarz-weiße photographische Aufnahme. Sowohl diese als auch die Zeichnung werden der besseren Übersicht halber gegebenenfalls koloriert, und beide Wiedergaben erfüllen damit wohl zu einem Teil den gewünschten Zweck, stellen anderseits jedoch immer nur einen Behelf dar. Durch die seit mehreren Jahren angewandte episkopische Projektion wurde es möglich, geologische Karten auch ohne vorherige Reproduktion direkt im Lichtbild wiederzugeben. In den meisten Fällen ist es dabei nur möglich, einen geringen Teil der Karte darzustellen, und auch diesen kann man - selbst bei den lichtstärksten Apparaten - nur einem beschränkten Zuschauerkreis sichtbar machen. Geologische Karten in natürlichen Farben photographisch aufzunehmen, dürfte bisher nur in geringem Umfange versucht worden sein. Es gibt bekanntlich eine ganze Reihe von Rasterfarbenplatten, von denen die deutschen Agfa-Platten sich durch große Brillanz auszeichnen, wohingegen unter den französischen Erzeugnissen die bekannten Lumière-Platten wohl die größte Farbentreue aufweisen dürften. Bei allen auf diesem Wege hergestellten Lichtbildern ist indessen der Mangel an Transparenz und vor allem die Rasterwirkung außerordentlich störend, abgesehen davon, daß die Haltbarkeit unter dem Einfluß der Strahlen des Projektionsapparates sehr beschränkt ist. ...