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Über Konglomerate und Breccien in den Bayerischen Alpen

Boden, K

Kurzfassung

Durch eine Reihe von Arbeiten sind in den letzten Jahren die ehemals sehr vernachlässigten Forschungen im bayerischen Voralpengebiet mehr in den Vordergrund des Interesses gerückt und viele neue Tatsachen zur Klärung der schwierigen Verhältnisse zutage gefördert. Die Kenntnis der Voralpenzone östlich vom Inn ist durch zwei neue Arbeiten von O. M. Reis wesentlich erweitert, die eine Ergänzung früherer Aufnahmen darstellen. Für die Flyschforschung ist der Nachweis von ganz besonderer Bedeutung, daß die Flyschsedimente in der gleichen Beschaffenheit wiederkehren wie westlich vom Inn und daß auch hier die Gliederung in eine tiefere Kieselkalk- und eine höhere Sandsteingruppe durchgeführt werden kann, die sich kartographisch ausscheiden lassen. Ebenso tritt der einfache von Querstörungen durchschnittene Faltenbau des Flysches gerade so wie westlich vom Inn in die Erscheinung. Stratigraphie und Tektonik des Flysches sind also nach bisherigen Feststellungen von den Ammergauer Bergen bis zur Salzach völlig konstant geblieben. Auch im südlichen an die Kalkalpen grenzenden Randgebiete vom Flysch traf ich zwischen Eisenärzt und Max-Hütte am Nordabhang des Hochfelln-Gebiets dieselben Verhältnisse wie am Schliersee und Tegernsee an. In der unteren Hälfte des Diesselbaches, der südlich Eisenärzt in die weiße Traun einmündet, zeigen sich mehrere isolierte Aufschlüsse von Flyschsandstein. Südöstlich von Mariaeck beginnt jedoch die Kieselkalkgruppe, und in dem rechten Seitental südlich der Leitstube stehen dunkle Schiefer mit einigen festen Bänken an, die bereits dem Lias zuzurechnen sind, auch rote Letten stellen sich ein und Einlagerungen von dunklen Krinoidengesteinen mit groben klastischen Beimengungen. ...