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Bemerkungen zur Bruch-Tektonik

Weber, Maximilian

Kurzfassung

I. Die großen Grabensysteme zwischen Bruchrändern stehen, worauf ich in einer 1920 abgeschlossenen Arbeit hinwies (Z. Problem d. Grabenbildung, Diese Zeitschr. 1922), senkrecht oder parallel zu meist großen und langen Faltengebirgen, und demnach hatte ich Quer- und Längsgräben unterschieden. Daß daher die Druckrichtung, infolge welcher die Anlage der Grabenbrüche zunächst gegeben sein muß, nur parallel zu einer Bruchrichtung und damit senkrecht zur anderen in diesem orthogonalen Bruchsystem gewirkt haben; könne, schien mir außer der Orientierung zu den betreffenden Faltengebirgen auch hervorzugehen aus der Verbesserung des Daubréeschen Druckexperiments an Gesteinswürfeln durch A. Föppl. Dieser Forscher fügte ein Schmiermittel zwischen Gestein und Preßplatte, wodurch die Reibung sich verminderte und ein Zerfall in Prismen parallel der Druckrichtung sich einstellte, nicht wie sonst in diagonaler Klüftung parallel den, Scherflächen vierseitige mit den Spitzen aufeinander senkrecht stehende Pyramiden sich bildeten. In einer neuen Publikation (Ein Beitrag zum Kapitel Klüfte, Zentr. Bl. f. Min. 1922, S. 664); hat nun C. Stieler besonders auch auf Grund der Arbeiten von W. H. Bucher (Journ. of Geol., 1920/21, Chicago) und anderer (siehe Literatur bei Stieler) die Orientierung der Druckrichtung zu den Spalten besonders auch mit Rücksicht auf Laboratoriumsexperimente, dann aber auch auf ein bestimmtes geologisches Vorkommen diskutiert. Was den von ihm (S. 668) ins Feld geführten Einwand Karmans (Handw. Buch Nat. Wiss., III, S. 1023) betrifft, daß bei Föppls Versuchen durch Eindringen von Schmiermittel (Stearin!) in die Gesteinsporen der Probekörper gesprengt werde, so ist dieses Gegenargument wohl kaum sehr schwerwiegend. ...