Original paper

Über das Verhältnis von Fusus trilineatus Sow. zu Fusus multisulcatus Nyst

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

In der Januarsitzung unserer Gesellschaft hat Herr C. Gagel sich bemüht nachzuweisen, daß der Fusus multisulcatus Nyst, den man bisher für eine charakteristische Leitform des Mitteloligocän, zumal des Septarientons, in Norddeutschland und Belgien angesehen hatte und zwar für derart leitend, daß er weder im Unteren noch im Oberen Oligocän auftritt, also wenigstens in den erwähnten Bereichen seine Lebensdauer innerhalb der Grenzen dieser Periode erschöpft, schon im untereocänen Londonton einsetze und von dem aus diesem beschriebenen Fusus trilineatus Sowerbys nicht zu trennen sei. Ich habe meine Bedenken gegen diese Auflassung bereits in der sich an den Vor trag anknüpfenden Erörterung dargelegt, naturgemäß aber doch nur in großen Zügen und ohne nähere Einzelangaben. Inzwischen habe ich auf meine Bitte durch das freundliche Entgegenkommen des Herrn Dr. F. A. Bather, Deputy Keeper im Britischen Museum, dem an dieser Stelle dafür verbindlichst gedankt sei, eine Photographie der anscheinend sehr seltenen Form von Highgate erhalten und wird an der Hand dieser leicht der Beweis zu führen sein, daß die Behauptungen Gagels Sich nicht aufrecht erhalten lassen, und daß Cossmanm vollauf berechtigt war, die beiden erwähnten Fusiden nicht nur artlich, sondern sogar subgenerisch getrennt zu halten. Fusus trilineatus wurde als Murex 1818 von James Sowerby in der Mineral Conchology of Great Britain beschrieben: Es ist bemerkenswert, daß weder die Diagnose selbst noch die sich an sie schließende ausführlichere Darstellung die wesentlichen Momente wiedergibt, welche diese Form von der jüngeren unterscheiden. Es müßte denn sein, daß nach der Angabe des Verfassers jedes der schmalen transversalen Skulpturbänder undeutlich in drei Streifen (,threads") zerlegt sei. ...