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Bemerkungen zu dem Vortrag von W. Wolff über die Eemfauna

Gagel, C.

Kurzfassung

Das jetzt von Herrn W. Wolff als möglich, hingestellte höhere Alter der Eemfauna (vorletztes Interglazial statt. letztes Interglazial) ist eine seit reichlich 16 Jahren einwandfrei bewiesene Tatsache, die m. W. bisher nur von Herrn W. Wolff bezweifelt wurde und zwar ohne einen irgendwie zureichenden objektiven Grund. Die Frage hat mit dem Vorhandensein von drei oder vier Eiszeiten in Norddeutschland gar nichts zu tun. Der Sachverhalt ist der, daß die Eemfauna, die in Westschleswig und Westholstein meistenteils nur unter einem alten sandigen Glazialdiluvium liegt, an einer Stelle des Kaiser-Wilhelm-Kanal bei Kilometer 39,75, wo sie in 10,5 bis 12,6 m Tiefe liegt, von einem typischen, grauen, 1,20 m mächtigen Geschiebemergel bedeckt wird, und an einer zweiten Stelle, bei Kilometer 39, wo sie in 12 bis 13 m Tiefe liegt, von 2,6 m typischem grauen Geschiebemergel und braungrauem Tonmergel überlagert wird und daß an beiden Stellen unter dieser typischen Grundmoräne, die nach Lage der Dinge nur unterdiluvialen Alters sein kann, die individuenreiche Fauna mit den großen Tapes senescens erbohrt ist. ...