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Geysirspuren im ukrainischen Polessie

Tutkowski, Paul

Kurzfassung

Mitten in der waldigen Sandrlandschaft des ukrainischen Polessie (Gouv. Wolhynien, Distrikt Owrutsch), unweit des nördlichen, durch tektonische Verwerfungsspalten gebildeten Bandes des großen ukrainischen Granit-Horstes, auf beiden Ufern des Flusses Ubort (rechten Nebenflusses des Pripet) begegnet man einer sehr merkwürdigen Erscheinung, welche sonst nirgends im Gebiete dieses Horstes vorkommt: die zahlreichen anstehenden, vom Verfasser genau untersuchten Granit- und Gneisentblößungen, welche bedeutende Felsen bilden, sind überall zwischen den Dörfern Suschtschany und Jurowo an der Oberfläche mit einer recht dicken (20-35 cm) Rinde von milchweißem Quarz bedeckt. Diese Quarzrinde ist durch spätere mechanische Verwitterung (im postglazialen Wüstenklima) zu großen und kleinen eckigen Schollen zerfallen und bildet hier auf weite Strecken Anhäufungen von Quarzscherben (ganze Steinmeere). Von der Quarzrinde dringen nach unten in die Granite und Gneise sehr zahlreiche, verschiedenartig verästelte Gänge (mit Apophysen) des milchweißen Quarz ein. Viele abgesonderte eckige Gneistafeln sind so reich mit Milchquarz imprägniert und enthalten so zahlreiche feine Quarzzwischenschichtchen, daß sie gänzlich dem fossilen verkieselten Holz ähneln (besonders wenn die härteren Quarzzwischenschichten durch die äolische Bearbeitung herauspräpariert sind). In der dicken Quarzrinde begegnet man nicht selten Hohlräumen mit vielen Drusen von größeren Milchquarzkristallen und kleineren, gut ausgebildeten, durchsichtigen, farblosen, schönen Bergkristallen; besonders reich an solchen Bergkristallen ist der verwitterte, feinkörnige Gneis des sogenannten ,Berges Solotucha" (etwa 3 km nördlich vom Dorfe Suachtschany am linken Ufer des Flusses Ubort). ...