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Bericht über geologische Forschungen in Albanien

Nowack, Ernst

Kurzfassung

I. Auf einer Reise in Albanien (im Dienste der albanischen Regierung) begriffen, hatte ich in den Monaten April und Mai 1922 Gelegenheit, das Hinterland von Valona eigehender zu untersuchen und dadurch meine früheren Studien über die Stratigraphie und Tektonik des albanischen Tertiärs wesentlich zu ergänzen. Ferner wurden die Gebirge des Bezirkes von Himara kurz bereist und damit ein Einblick in den Aufbau der südalbanischen Gebirge gewonnen. Im Hinterland von Valona erreicht das niederalbanische Jungtertiär seine südliche Grenze und aus dem niedrigen tertiären Bergland heben sich nun nach Sso streichende, aus mesozoischen Kalken aufgebaute Hochgebirgsketten Stogo-, Cika-, Gribagebirge) empor, die der Jonisch-Adriatischen Gebirgszone nach Philippson und Renz angehören. Die Beziehungen zwischen der Tektonik und Fazies des Jungtertiärs und diesen älter gefalteten Gebirgen beanspruchen besonderes Interesse. Sowohl fazielle Entwicklung als auch tektonische Verhältnisse des Jungtertiärs zeigen wesentliche Verschiedenheiten gegenüber den von mir früher studierten zentralen Gebieten Nieder-Albaniens. Tektonisch bildet das Jungtertiär im Hinterland von Valona eine weite, gegen die untere Shushica zu geöffnete Mulde, die gegen Süden in der langgestreckten, von alttertiärem Flysch erfüllten Mulde zwischen dem Cika- und Gribagebirge ihre Fortsetzung findet. Am westlichen Muldenrand (bei Valona) transgrediert die zweite Med. St: deutlich mit ausgezeichnet fossilführenden, leithakonglomeratähnlichen Bildungen über den alttertiären Flysch (Die Lage der bekannten, alten Festung Canina nächst Valona knüpft an das miocäne Strandriff). ...