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Über die sogenannte untere tonige Grundmoräne von Frankfurt a. Oder

Gagel, C.

Kurzfassung

Auf dem Blatt Frankfurt a. O. der Preuß. Geolog. Karte ist zwar nicht auf der Karte dargestellt, aber in den Erläuterungen erwähnt, eine nördlich von Nuhnen, in ungefähr W-O-Richtung verlaufende Verwerfung, an der von Norden her das von einer dünnen Diluvialdecke verhüllte Braunkohlentertiär abschneidet, während südlich von dieser mindestens 30 m Sprunghöhe aufweisenden Verwerfung eine auffallende, sehr tonige Grundmoräne liegt, die auf der Karte als unterdiluvial dargestellt ist. Es liegt hier der unlösliche Widerspruch vor, daß in dem versenkten Gebiet die älteste der vorhandenen Diluvialbildungen gegen das stehengebliebene Oberste Diluvium abstoßen soll. Der Beweis für das tief unterdiluviale Alter dieser tonigen Grundmoräne soll darin liegen, daß von Nuhnen an nach Osten diese tonige Grundmoräne in allen Frankfurter Ziegeleien aufgeschlossen ist und daß in der nordöstöstlichsten dieser Ziegeleien (Mendesche Ziegelei) diese tonige Grundmoräne unter einem sehr schönen, ausgeprägten Interglazial (Faulschlammkalk, Torf, Cyprissande usw.) liegen soll, das naturgemäß letztes Interglazial sein muß. Eine erneute Begehung all der Frankfurter Ziegeleiaufschlüsse aus Anlaß der Kartierung des westlich anstoßenden Blattes Boossen ergab, daß in den meisten Frankfurter Ziegeleien in der Tat eine sehr tonige, aber unzweifelhafte Grundmoräne aufgeschlossen ist mit unbezweifelbarer Moränenstruktur, reichlichen Geschieben, eingekneteten Resten von interglazialem Süßwasserkalk und entkalkten, ferretisierten interglazialen Verwitterungszonen, daß aber nirgends auf dieser unzweifelhaften Moräne ein Interglazial draufliegt und daß in der Mendeschen Ziegelei, wo das sichere Interglazial draufliegt, dafür aber keine tonige Moräne, sondern nur ein gepreßter, altdiluvialer Tonmergel vorhanden ist, in dem nur ganz vereinzelte verdriftete Geschiebe enthalten sind, wie sie in den glazialen Yoldientonen und im Glindower Ton gelegentlich auch auftreten. ...