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Über den Gebirgsbau des preußischholländischen Grenzgebietes

Bärtling, Richard

Kurzfassung

Das preußisch-holländische Grenzgebiet ist in seinem Bau trotz einer Reihe von wichtigen Arbeiten, die in den letzten Jahren erschienen sind, insbesondere von P. Krusch, G. Müller und mir, sowie den Veröffentlichungen der Holländischen Geologischen Landesanstalt (Rijks Geogiche Dienst), noch ziemlich unbekannt geblieben und hat nicht die Beachtung gefunden, die diesem Gebiet in stratigraphischer, fazieller und tektonischer Hinsicht zukommt. Seit der letzten Veröffentlichung von P. Krusch sind wichtige neue Beobachtungen gemacht worden, besonders dadurch, daß zum ersten Male in dieser Gegend ein Blatt der geologischen Spezialkarte von Preußen 1 : 25 000, das Blatt Ochtrup, zum Abschluß gebracht wurde. Außerdem hat uns die neue Tiefbohrung Corle bei Winterswijk in der Kenntnis des Gebirgsbaus wesentlich vorwärts gebracht. Wir kennen in dem in Frage kommenden Gebiet alle Formationen vom Produktiven Karbon aufwärts. In dieser Reihe fehlt das Rotliegende, das hier wie im ganzen Nordwestdeutschland nicht zur Ausbildung gekommen ist, ferner fast der ganze Keuper und Teile des Juras. Das Tertiär greift nur wenig auf dieses Gebiet über und ist vollständiger erst weiter westlich auf holländischem Staatsgebiet entwickelt. Durch die Arbeiten von P. Krusch und die Veröffentlichungen der Rijksopsporing van Delfstoffen war bislang am besten das Gebiet von Winterswijk bekannt. Hier liegt eine Aufpressung des älteren Untergrundes vor, die auf deutschem Staatsgebiet beginnt und sich nach Westen bis über den Ort Winterswijk hinaus fortsetzt. Die Aufpressung verläuft ungefähr in ostwestlicher Richtung. Ihr Südrand zeigt sehr starke Pressungserscheinungen, die sich in starken Überschiebungen und in einer Aufsattelung des Untergrunds äußern. Wie weit sich diese Aufpressungszone nach Westen fortsetzt, ist vorläufig noch unbekannt. ...