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Typen andiner Kupferlagerstätten

Stappenbeck, Richard

Kurzfassung

Die Kupferlagerstätten, die zurzeit im Bergbau Südamerikas im Vordergrunde des Interesses stehen, sind die Imprägnationszonen mit armen Erzen, die ,disseminated porphyry copper ores" der Nordamerikaner. Hierzu gehören die größten bis jetzt bekannten Kupfervorkommen der Welt: Bisbee, Tintic, Clifton-Morenci, Bingham, Cananea in Nordamerika, Chuquicamata, Potrerillos, El Teniente in Südamerika. Das wesentliche an ihnen ist, daß das Erz fein und unregelmäßig in einem meist stark zerrütteten Eruptivgesteinskörper verteilt ist, daß diese immer saure oder intermediäre Gesteine sind, daß in Verbindung mit ihnen immer metasomatische Erzkörper entständen sind, ja die Imprägnation selbst fast stets von einer metasomatischen Verdrängung gewisser Gesteinsbestandteile begleitet ist. Bekannt sind derartige Lagerstätten bisher aus Rhyolith, Granit, Monzonit, Quarzdiorit, Andesit und Porphyrit sowie aus Sedimenten. Kupferbringer sind wohl immer die sog. Andengranite oder Andendiorite sowie deren Ergußgesteine, die Rhyolithe, Andesite usw. Zu den Imprägnationslagerstätten im Rhyolith gehört das Vorkommen der Grube Montenegro bei Andalgalá in Argentinien, wo Malachit und Kupferglanz einen Rhyolithtuff imprägnieren. Wirtschaftlich ist dieses Vorkommen ohne Bedeutung. Hierher gehören ferner die Lagerstätten von Cerro Verde, Toquepala, Cerro de Pasco zum Teil, in Süd- und Mittelperu und Choquelimpie in Nordchile. Wirtschaftlich spielen sie entweder schon eine große Rolle oder haben eine gute Zukunft. Cerro Verde bei Arequipa setzt sich aus einem Quarzdiorit oder Tonalit zusammen, worüber Rhyolith liegt, der an Granitporphyr grenzt. Das Kupfererz ist im Rhyolith verstreut. Die 60 bis 70 m mächtige Oxydationszone hat Kupfersilikate und Karbonate, darunter folgen angereicherte Sulfide. Zwischen 100 und 150 m von der Oberfläche beginnt dann das primäre Erz, der Pyrit. Der durchschnittliche Kupfergehalt beträgt 2 bis 2,5%. Bis Ende 1918 waren mindestens 18 000 000 t Erz nachgewiesen worden. ...