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Die bisherigen Ergebnisse magnetischer Messungen über norddeutschen Salzhorsten

Heiland, C.

Kurzfassung

Die Anwendung erdmagnetischer Untersuchungsmethoden zu geologischen und bergbaulichen Zwecken ist keineswegs sehr jungen Datums. Insbesondere wurden sie mit Erfolg bei Aufschlußarbeiten im Eisenerzbergbau verwandt; die erste geschichtliche Überlieferung darüber stammt meines Wissens aus dem Jahre 1760. Der um: gekehrte Gedankengang - nämlich die Aufsuchung von schwächer als die Umgebung magnetisierten Lagerstätten - wurde im Jahre 1920 von F. Schuh bei erdmagnetischen Beobachtungen über den Salzhorsten Mecklenburgs angewandt. Vorher hatte schon im Jahre 1898 A. Schueck auf negative magnetische Anomalien über Kreidevorkommen aufmerksam gemacht, indessen hatten seine Messungen nicht den methodischen Charakter und praktischen Hintergrund wie die von F. Schuh. Die Untersuchungen von F. Schuh haben nun an verschiedenen anderen Stellen zu weiteren Messungen über Salzlagerstätten angeregt; soweit dieselben veröffentlicht sind, sollen sie im folgenden kurz besprochen werden. Es wurden untersucht: I. Das Gebiet der Salzlagerstätten des sw. Mecklenburg von F. Schuh. II. Die Ostseeküste vom Salzhaff bis in die Gegend von Rostock von der ,Erda" A.-G., Göttingen. III. Das östlich angrenzende Gebiet, die Gegend von Warnemünde und Rostock von H. Moll. IV. Der Salzstock bei Wefensleben von H. Haalck und G. Brinkmeier. V. Der Salzstock von Segeberg in Holstein vom Verfasser. VI. Der bei Bahlburg südl. Winsen a. d. Luhe und vom Verfasser. VII. Der Salzhorst von Lüneburg vom Verfasser. Die dabei angewandte Messungsmethode war in allen Fällen die gleiche. Zur eindeutigen Bestimmung des erdmagnetischen Kraftfeldes seiner Richtung und Stärke nach benötigt man drei Bestimmungsstücke, und zwar hat sich die Messung der Deklination, Horizontalintensität und Inklination auf dem Wege der sog. absoluten Beobachtungen als zweckmäßig herausgestellt. ...