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Über einen neuen Fund von Geschiebemergel über Sanden bei Toraeå

Braun, G.

Kurzfassung

Ich hatte im August 1921 Gelegenheit, das nördliche Finnland und Lappland zu bereisen. Durch Zufall fand ich bei einer Begehung der Umgebung der finnischen Grenzstadt Torneå eine Sandgrube, in der Geschiebemergel über fluviatilen Sanden vorkommt. Die normale Lagerung im nördlichen Oesterbotten (Norrbotten) ist die, daß über dem Felsgrund die Grundmoräne der letzten Vereisung anzutreffen ist, über welcher in der Nähe der Küste die Bildungen folgen, die der Abschmelzzeit und Nacheiszeit angehören. Die höchste marine Grenze im Torne-Flußtal liegt am Pallakavara, ungefähr 60 km landeinwärts, bei 216 m, am Avasaksa in derselben Gegend etwa 203 m. Das Mündungsgebiet des Flusses lag also jedenfalls zeitweise vollständig unter Wasser. Das Schema der Entwicklung der Sedimentation in diesem Fall gab am Beispiel des Angermanälf in Schwedisch Norrland R. Lidén. Der Felsgrund liegt hier überall in ganz geringer Tiefe, in Haparanda tritt er an der Volksschule zu Tage, auf Pirkkiö (Björkö) unterhalb Torneå ist er zu finden, bei der Stadt Torneå selbst ist der Hauptarm des Flusses in den Fels eingeschnitten. Die finnische Grenzstadt Torneå liegt auf der (Insel) Svensaari im Torne-Fluß, dessen östlicher Arm der Hauptarm ist, während der westliche (Grenz-) Arm im Laufe der Zeiten fast völlig verwuchs. Die Svensaari ist eine relativ hohe Insel; nördlich der Stadt, die alte Kirche tragend, erhebt sich ein niedriges Plateau, Kvarnbacken genannt (Mühlenberg). Auf demselben führt, von der westlichen Seite des Kirchhofs kommend, ein Weg entlang. Gleich nördlich der Umzäunung des Kirchhofs liegt rechts, d. h. östlich des Weges eine große, tiefe Sandgrube, westlich flache Grabungen und Löcher: Der obere Teil des Kvarnbacke besteht, wie rechts und links der Straße gleichmäßig sichtbar, aus Moräne. Unter dieser Moräne liegen wohl geschichtete, augenscheinlich fluviatile Sande. ...