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Die Kräftegruppen des Vulkanismus und der Tektonik und ihre gegenseitigen Beziehungen - Ein Rückblick und Ausblick

Reck, Hans

Kurzfassung

Meines verehrten Lehrers, W. V. Branca, am 9. September dieses Jahres vergangener 80. Geburtstag wurde mir der Anlaß zu den folgenden Zeilen. In kurzen Strichen soll es jenes Wirken des Meisters herausheben, das seinem Herzen, seinem Sinnen am nächsten lag, das ihn am meisten bewegte gerade in den rührigsten Jahren seines Schaffens. Kein anderes Feld seiner Tätigkeit war so heiß umstritten, auf keinem tobte der Kampf der Meinungen so heftig als auf diesem. Dieses Kampffeld ist der Vulkanismus - und zwar die Lehre vom Vulkanismus in seinen Beziehungen zur Tektonik. Allein die Zeit ist zu ernst zu beschaulichem Rückblick allein. Rückblick ist fruchtlos, wenn sich an ihn nicht ein Ausblick knüpft. In der Frühzeit V. Brancas Tätigkeit, vor einigen 40 Jahren, lag der Fragenkomplex seines Arbeitsgebietes noch ganz anders als jetzt. Das Maß seiner heutigen Umgestaltung zeigt und ist zu einem gut Teil Brancas Lebenswerk und Lebenserfolg. Er sah selbst noch von dem Endpunkt seines Arbeitspfades die Weite der Probleme vor ihm. Manchen Blick seiner Schüler lenkte er auf diese Fragen, manches nie veröffentlichte Wort half ihnen dabei, solche Fingerzeige als Wegweiser zu erfassen für künftige Forschung. Schon Brancas Dissertation, seine nicht nur in deutscher Sprache, sondern auch in der italienischen Akademie zu Rom erschienenen Studien über die Vulkane des Hernikerlandes führte ihn in die Problematik des Vulkanismus ein. Es begann damals die Zeit einer ersten Reaktion gegen den gerade auf dem Gebiet des Vulkanismus sicher zu weit gegangenen Scrope-Dana-Lyellschen Aktualismus in der Geologie zu dämmern, welche wohl mit den aufsehenerregenden amerikanischen Arbeiten über die Entstehung der Lakkolithe einsetzte. Bald darauf erkannte auch Geikie in seinem Heimatlande die spontane, autochthone Kraft vulkanischer Befreiungsakte und legte seine Ansichten in einem Werke nieder, das fast einzig in seiner Art bis heute geblieben ist. ...