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Das Alter der Sundgauschotter im Oberelsaß

van Werveke, L.

Kurzfassung

Für das Alter der Sundgauschotter im Oberelsaß, den Absätzen des ältesten Rheins im Mittelrheintal, der von Basel gegen W durch die Burgundische Pforte nach der Saône und dem Rhône abfloß, kamen bis vor kurzem nur jüngeres Pliocän und älteres Diluvium in Frage. Deecke meint, daß die Schotter obermiocän sein könnten, ,weil damals ja weit bis in das Vorland der alpine Schotter vordrang, z. B. bis zum Schienberg". Ein noch höheres Alter wird den Sundgauschottern durch O. von Linstow zugeschrieben. Es kommt für ihn wohl nur die Zeit der Cerithienschichten des Mainzer Beckens, die Wende des Oligocäns zum Miocän, als ,Geburtsstunde des Rheines" im Mittelrheintale in Betracht. Gegen diese Altersdeutung sprechen zwei Beobachtungen aus dem Jahre 1911. Auf einem gemeinsamen Ausflug stellten der anfangs dieses Jahres plötzlich verstorbene Professor Dr. Bruno Förster und ich fest, daß nahe südöstlich von Pfetterhausen (11 km westlich von Pfirt) der älteste Rheinschotter oder Sundgauschotter in einer Sandgrube auf der linken Seite der Straße nach Ottendorf von roten Vogesenschottern und Sanden unterlagert ist. In Gruben südwestlich von Grosnes - 15 km nordwestlich von Pfetterhausen, nahe der Mittellinie der Mulde von Montbéliard -, die ich in Begleitung; des Herrn L. Meyer in Belfort besuchte, wurden unter Rheinschotter, in welchem Radiolarienkiesel vorkommen, durch Waschen Vogesensande gewonnen. Hier kommen auch abgerollte Blöcke von Vogesensandstein und Hauptkonglomerat bis zu einem größten Durchmesser von 0,60 m vor. Hummel, der sich wohl zuletzt eingehender mit den von den vom Fuß der Südvogesen, bis in den Jura hinein verbreiteten Vogesenschottern beschäftigt hat, hält es nicht für ausgeschlossen, daß ein Teil derselben, so im Becken von Tavannes, obermiocänes Alter besitzt. Hier kommen zwischen dem Oeninger Kalk und den oberen marinen helvetischen Schichten Sande mit Dinotherium bavaricum H. v. M. vor, die vermutlich aus den Vogesen herzuleiten sind. Derselbe Rest ist vom Mont Chaibut im Delsberger Becken bekannt. ...