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Über pflanzenführende Diluvialtone in Nordwestsachsen

Grahmann, R.

Kurzfassung

Bei der Aufwältigung des staatlichen Braunkohlentagebaues Böhlen bei Leipzig wurde im Sommer 1922 durch den Baggerbetrieb in diluvialen Kiesen eine Tonbank freigelegt, die sich als pflanzenführend erwies. Von diesem Tone wurden eine Anzahl Proben entnommen, die von Herrn R. Kräusel in Frankfurt am Main und von Herrn W. Mönkemeyer, Inspektor des botanischen Gartens in Leipzig, auf ihre Pflanzenführung untersucht wurden. Herr Mönkemeyer übernahm die Bestimmung der Moose, Herr Kräusel die aller anderen Beste. Wenn auch die Ergebnisse der beiden Herren, denen ich für ihre Mitarbeit zu Dank verpflichtet bin, nicht in allen Teilen den Erwartungen entsprechen, da die Flora sich zwar als individuenreich, aber artenarm erwies, außerdem der Erhaltungszustand der Beste mangelhaft war, so sollen sie doch bekannt gegeben werden, da das geologische Alter des Vorkommens sehr sicher bestimmbar ist, und sich der Ton danach als älteste bisher bekannt gewordene pflanzenführende Ablagerung unseres Diluviums erweist. Die Fundstelle liegt etwa 15 km südlich von Leipzig, 2 km östlich von dem Orte Pulgar. An der Westwand der Grube zeigte sich vom Sommer 1922 bis zum Frühjahr 1923 das folgende am 28. Juni 1922 und am 28. September 1922 aufgenommene Profil: Zu unterst ist aufgeschlossen etwa 1,2 m dunkler glaukonitführender Meeressand des Mitteloligocän (Stufe mit Leda Deshayesiana) (1). Dieser wird diskordant überlagert durch etwa 3/4 m grauen, groben, feuersteinführenden Kies (2), der infolge Aufarbeitung von Meeressand starke Beimischung von feinem Sande hat. An der Basis dieses Kieses findet sich eine Steinsohle, die aus etwa kopfgroßen Geröllen gebildet wird. Der größere Teil davon besteht aus Braunkohlenquarziten, neben denen nordische Gesteine, besonders Granite auftreten, die meist völlig morsch sind; Feuerstein ist seltener. ...