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Zur Tektonik des subherzynen Beckens

Woldstedt, Paul

Kurzfassung

Beobachtungen in den Randgebieten sowie die allerdings an Zahl geringen, sehr tiefen Bohrungen innerhalb des subherzynen Beckens, ferner Beobachtungen aus anderen Gebieten (Mansfelder Mulde) lassen mit großer Wahrscheinlichkeit unter der Faltendecke des Mesozoikums eine relativ ruhig gelagerte, von NO nach SW einsinkende Oberfläche des subsalinaren Untergrundes annehmen. Sättel und Mulden der Oberfläche werden anscheinend zum größten Teil kompensiert durch die verschiedene Verteilung des Salzes, das unter den Sätteln angestaut, unter den Mulden abgewandert ist. Für das subherzyne Becken ist die Vorstellung der ,Rahmenfaltung" abzulehnen. Denn es sind nicht nur Pressungsgebiete, sondern auch Zerrgebiete vorhanden. Ebenso ist für unser Gebiet die Vorstellung der ,Injektivfaltung", soweit sie die Salzaufpressungen lediglich durch tangentialen Druck erklären will, abzulehnen. Denn das Salz ist auch in den Zerrgebieten aufgestiegen, was nicht möglich wäre, wenn für den Salzaufstieg tangentialer Druck notwendig wäre. Dieser letztere mag häufig hinzukommen; in der Hauptsache dürfte es aber der Druck der Sedimente sein, der das Salz isostatisch zum Aufsteigen zwingt. Das subherzyne Becken ist weder rein tektonisch durch tangentialen Druck, wie Stille annimmt, noch durch reine Vertikalbewegungen mit Salzaufstieg, wie etwa Lachmann es sich vorstellte, zu erklären, sondern es entstand durch ein kompliziertes Zusammenwirken von Schollenbewegungen im Untergrund (Einkippen der subherzynen Scholle nach SW hin), von Zusammenschubbewegungen nach dem Innern des Troges hin und von isostatischen Auftriebsbewegungen des Salzes.