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Zur Moornomenklatur

v. Bülow, Kurd

Kurzfassung

Aus den in dieser Zeitschrift (Bd. 75, 1923, Monatsber. 1 bis 4, S. 18) mitgeteilten Ansichten über den geologischen Begriff des ,Zwischenmoores" ergeben sich einige Folgerungen zur Nomenklatur und Kartendaretellung der Moore: Dem Zwischenmoor wurde der Wert einer selbständigen, geologischen bzw. stratigraphischen Einheit abgesprochen, wenn auch seine Pflanzendecke eine Mittelstellung zwischen Flach- und Hochmoor einnimmt. Vielmehr wurde der sogenannte Zwischenmoortorf als Rohhumus-(Trockentorf-)bildung des Flachmoorwaldes aufgefaßt, womit er seine, dem Flach- und Hochmoortorf gleichgeordnete Stellung verliert. Bei konsequenter geologischer Betrachtung der Moorstratigraphie scheidet somit das Zwischenmoor aus. Nur vom Standpunkte des Floristen oder Oekologen behalt es seine Selbständigkeit. Infolgedessen kann der Geologe - wie in den Jugendtagen der Moorkunde - nur mehr Flach- und Hochmoor unterscheiden. Doch wird man zweckmäßig, um einer Verarmung an Detail vorzubeugen, jede Moorart in ,lebend" und ,tot" unterteilen. Anstelle der bisherigen Dreiteilung träte dann folgende Viergliederung: Lebendes Flachmoor (bisher ,Flachmoor"), Totes Flachmoor (bisher ,Zwischenmoorewald"), Lebendes Hochmoor (bisher ebenso), Totes Hochmoor (bisher ebenso oder Heidmoor). Diese Gliederung hat den Vorteil der Einheitlichkeit für sich und den Nachteil, daß kultivierte Moore (insbesondere künstliche Flach- und ,Zwischenmoor"-Wiesen) schwer einzuordnen sind. Da aber nicht der Pflanzenbestand, sondern das Gestein Gegenstand der geologischen Betrachtung und Einordnung ist, bzw. auch in der Moorgeologie sein sollte, fällt dieser Nachteil fort, und die Pflanzendecke sinkt zur Stellung eines, wenn auch willkommenen, so doch entbehrlichen Indikators hinab. ...