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Neue Nautilus-Schnäbel aus dem Dogger und Malm Schwabens

Moos, A.

Kurzfassung

Funde von Rhyncholithen, fossilen Cephalopodengebissen, gehören im deutschen Jura zu großen Seltenheiten. Neuerdings hat Rüger einige Formen aus dem Lias und Dogger Süddeutschlands beschrieben. Hier sollen nun neue Rhyncholithen aus dem Dogger und Malm Schwabens geschildert werden. I. Nautilus (Rhyncholithes ferreus nov. sp.): Dieser noch unbeschriebene Rhyncholith, der sich schon seit langer Zeit in der Sammlung des geol.-paläont. Instituts der Universität Tübingen befindet, stammt nach der Etikette aus dem oberen braunen Jura von Wasseralfingen. Da braun Jura in der dortigen Gegend sehr schwach und fossilarm entwickelt ist, kann als Fundschicht wohl nur der braune Jura in Betracht kommen. Die Maßzahlen, Verhältniswerte und Winkelgrößen des stattlichen Schnabels zeigt folgende Liste nach der grundlegenden Terminologie Tills, wobei gleich die Werte für die nachher zu besprechenden Malmformen beigefügt werden (s. Fig. 1). Es handelt sich um einen typischen Nautilusschnabel im Sinne von Till. Der Rhyncholith ist ausgezeichnet erhalten, nur am rechten Rand des Schaftes ist die Kante etwas abgesplittert. Der Schnabel ist in eine lichtbraune Kalkmasse versteinert. Auf dieser Masse sitzen, besonders auf dem Schaft, Brauneisenkrusten, welche dort die feine Oberflächenzeichnung vernichtet haben. Auf der Kapuze ist dagegen eine den Seitenkanten s parallele Anwachsstreifung deutlich sichtbar. Der kräftige Schnabel gehört zu den großen Rhyncholithen. Die Größe des Schnabels des rezenten Nautilus Pompilius übertrifft er ums Doppelte; hinter den größten Typen Nautilus (Rhyncholithes giganteus D'orb.) und Nautilus (Rhyncholithes Lineatus Till) bleibt er um etwa 1/3 zurück. Die Form der Kapuzenoberfläche ist rhombisch, da die Seitenkanten von der Größe der Hinterkanten sind. Die Dorsalkante ist scharf ausgebildet, kräftig gekrümmt und läuft in eine beinahe hakenförmige Spitze aus. Die Flanken fallen ziemlich flach von der Dorsalkante ab. ...