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Studien zur Geochemie des Inkohlungsprozesses

Petrascheck, W.; Wilser, Berta

Kurzfassung

Der Prozeß der Inkohlung erfolgt in zwei Etappen. Die erste ist im wesentlichen ein biochemischer Prozeß und besteht in der Vertorfung. Das Mikroskop gibt uns darüber Auskunft, wie weit die Vertorfung vor der Kohlenbildung vorgeschritten war. Der Vertorfungsprozeß selbst kann an den Torflagern studiert werden. Nach der Vertorfung, die in verschiedenen Stadien unterbrochen werden kann, setzen geochemische Prozesse ein, deren Verlauf wir nur aus Analogieschlüssen beurteilen können. Die geochemischen Prozesse sind aber für die Qualität der Kohlen von größerer Wichtigkeit. Daß für die Inkohlung der Gebirgsdruck von großer Wichtigkeit ist, ist schon lange bekannt. Daß aber der Gebirgsdruck der allerwichtigste, für die Qualität maßgebende Faktor ist, haben David White und W. Petrascheck in neuerer Zeit an amerikanischen und europäischen Kohlenlagern erwiesen. Die nachfolgenden Untersuchungen verfolgen den Zweck, die Geochemie des Inkohlungsprozesses weiter aufzuklären. Zum Teil gehen die Untersuchungen schon ziemlich lange zurück. Sie wurden durch den Krieg unterbrochen und mußten, da die Analysen unvollständig waren, an frischem Material wiederholt werden. Leider war das nach dem Kriege gesammelte Material kleiner als jenes, das vorher gesammelt wurde, weil die politische Neugestaltung den früher häufigen Reisen in das oberschlesische Kohlenbecken ein Ende setzte. Einfluß der Tiefenlage auf die Qualität der Kohlenflöze: (Primäre Teufenunterschiede) Weit verbreitet ist in Bergmannskreisen die Ansicht, daß die Kohlen mit der Tiefe besser werden. Diese unklare Vorstellung hängt wohl vor allem zusammen mit dem Einfluß der Verwitterung in der Nähe der Tagesoberfläche. Systematische Untersuchungen an frischen Kohlen liegen nur aus einigen belgischen und französischen Steinkohlenrevieren vor. Sie zeigen eine Abnahme der flüchtigen Bestandteile, die 1% und auch mehr auf 100 m betragen kann. ...