Original paper

Über ein genetisch interessantes Asbestvorkommen bei Korça

Nowack, Ernst

Kurzfassung

Im Südosten Albaniens treten große Massen basischer Eruptivgesteine und aus diesen hervorgegangener Serpentine auf, die jener großen, fast die ganze Balkanhalbinsel in der Längsrichtung durchziehenden Grünsteinzone (Serpentin-Schiefer-Hornsteinzone Philippsons) angehören. In der Gegend von Korça ist in der südlichen Fortsetzung des Ohrida-Sees ein breiter Streifen des Serpentin-Grundgebirges grabenartig zur Tiefe gesunken; die von einer Ebene eingenommene Grabensenke wird in ihrem nördlichen Teil von dem versumpften Maliq-See eingenommen. Auch die Randgebiete des Korça-Grabens, der an der Wende von Tertiär-Quartär niedergebrochen sein muß, haben weithin eine Senkung erfahren, welche schon mit Beginn des Oligocäns begonnen haben muß; denn wir finden rings um die Ebene von Korça das Serpentin-Grundgebirge von mächtigen, mit dem Unteroligocän (Priabonien) transgredierenden Tertiärablagerungen bedeckt. Das Tertiär von Korça liegt mit ausgezeichnet und mächtig entwickelten Transgressionsbildungen über dem Eruptivgebirge. Besonders charakteristisch sind diese Basalschichten am Ostrand der Ebene von Korça entwickelt, wo sie mit sanftem westlichen Einfallen einem hier inselartig aus dem Tertiär aufragenden, langgestreckten Serpentinzug auflagern. Sie bestehen zumeist aus Serpentinbreccien und -Konglomeraten, groben Serpentinsanden, dann lebhaft gefärbten Schiefertonen mit armen Toneisensteinlagen und Lignitflözen; weiter stellen sich auch in höheren Horizonten Korallenkalke ein und darüber folgt dann eine eintönige, weit über 1000 m mächtige flyschartige Schieferton- und Sandsteinfolge, die bis ins unterste Pliocän reichen dürfte. Das Eruptiv-Grundgebirge wird größtenteils aus Peridotiten von Harzburgit-Typus, vielfach auch fast reinem Olivinfels, seltener gabbroartigen Varietäten zusammengesetzt; alle diese Gesteine befinden sich in mehr-minder starker Serpentinisierung. ...