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Beiträge zur Geologie und Morphologie des Thüringerwald-Randes zwischen Frankenhain und Georgenthal

Weber, Hans

Kurzfassung

Der im Titel angegebene Teil des nordöstlichen Thüringerwald-Randes liegt südlich von Gotha zwischen der Rumpel an der Straße Crawinkel-Oberhof und dem Tal der Apfelstädt bei Georgenthal; er wurde im Interesse übersichtlicher Darstellung in vier von SO nach NW als 1 bis 4 numerierte Abschnitte gegliedert, deren Grenzen der Gosselerspring bei Friedrichsanfang, das Ohratal bei Luisenthal und das Gabeltal bei Gräfenhain sind. Erster Abschnitt: Er ist 1100 m lang. Der Thüringerwald wird hier von Tuffen der Oberhöfer Stufe, Quarzporphyr und einem am Fuße des Gebirges liegenden Melaphyrkonglomerat gebildet, das die Goldlauterer Schichten vertritt. Die prätertiäre Rumpffläche des Gebirges reicht bis an den Rand heran: sie nähert sich auf der Klötze (734 m), wo sie sich über ihr durchschnittliches Niveau (720 m) erhebt (1, S. 461, Nr. 22; 6, S. 27 ff.), bis auf 700 m dem Vorlande, das rund 250 m tiefer liegt. Dieser Höhenunterschied ist für Thüringer Verhältnisse beträchtlich und bewirkt, daß Gebirge und Vorland in starken, landschaftlichen Gegensatz zueinander treten. Die Randflexur des Thüringerwaldes ist mit einer Verwerfung gepaart. Das Rotliegende fällt nach dem Rande zu ein (die Tuffe am nahen Eisenberg z. B. mit 18 bis 25°), weshalb man eigentlich von SW nach NO erst Zechstein, dann die drei Stufen des Buntsandsteins und endlich Muschelkalk erwarten sollte; Zechstein und Unterer Buntsandstein fehlen jedoch, weil der Schenkel der Flexur von der herzynisch streichenden Randverwerfung geschnitten wird. Zechstein und Unterer Buntsandstein fallen am Eisenberg steil nach SW unter das Gebirge ein, haben also eine Umkippung erlitten, die sich nach NW bis über die Rumpel hinaus fortsetzt; auf das Rotliegende folgen nämlich in zwei insgesamt nur 150 bis 200 m breiten Streifen Mittlerer und Oberer Buntsandstein, die nach SW einfallen. ...