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Über das Alter des Gruskalkes von Zarenthin in der Priegnitz

Hucke, K.

Kurzfassung

In meiner Geologie von Brandenburg (Stuttgart 1922) gab ich auf Seite 110-111 der Vermutung Ausdruck, daß das bereits durch V. Klöden beschriebene und von Gruner als oligocän kartierte Kalkvorkommen von Zarenthin in der Priegnitz zwischen Pritzwalk und Wilsnack wahrscheinlich paleocänen Alters sei. Unabhängig davon sprach Herr C. Gagel dieselbe Meinung aus. Als bestätigende Ergänzung der seinerzeit von Herrn C. Gagel in dieser Sache gemachten Ausführungen möchte ich das Ergebnis mitteilen, das meine Untersuchung des mir von der Preußischen Geologischen Landesanstalt zur Verfügung gestellten Gruskalkes vom Räuberberge bei Zarenthin gehabt hat. Im Schlämmrückstand fanden sich: Foraminiferen: 1. Triloculina Kochi Reuss 2. Nodosaria raphanus L. (= N. latejugata V. Hantken, = N. polygona Reuss) 3. N. longicauda Reuss 4. Polymorphina gibba D'orb 5. Marginulina glabra D'orb 6. Cristellaria signata Reuss 7. Cr. neglecta Reuss 8. Cr. inornata D'orb 9. Cr. decorata Reuss 10. Rosalina Kochi Reuss 11. Pulvinulina Karsteni Reuss 12. Anomalina (Truncatulina) grosserugosa Gümbel 13. Truncatulina (Rotalina) Ungeriana D'orb 14. Tr. Haidingerii D'orb (= Rotalia Brückneri Reuss) 15. Spiroplecta biformis Parker und Jones 16. Uvigerina farinosa V. Hantken 17. Bolivina nobilis V. Hantken. Die Mehrzahl dieser Foraminiferen ist von Reuss und Schacko im Paleocän von Brunshaupten, Karenz usw. nachgewiesen worden, zum Teil wurden sie auch im Wiener Becken bzw. im Unteroligocän (Clavulina Szabói-Schichten) und Mitteloligocän, im alpinen Eocän und im Londonton gefunden; einige kommen schon in der oberen Kreide vor. Besonders auffällig ist das Vorherrschen der Nodosaria raphanus L. in großen Exemplaren und der großen Cristellarien Nr. 6-8 der Liste in Bastorf sowohl wie Zarenthin. ...