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Pflanzenführende Schichten im vogtländischen unteren Kulm

Weise, E.

Kurzfassung

Der untere Kulm des Vogtlandes, welcher seine Hauptverbreitung in der westvogtländischen Mulde besitzt, zeichnet sich recht unvorteilhaft aus durch seine Armut an organischen Resten. Abgesehen von einigen Problematicis sind bisher organische Reste nur in den Nebenmulden, z. B. bei Hof und in der oberfränkischen Regnitzmulde gefunden worden. Angesichts dieser Tatsache hat jeder neue Fundpunkt kulmischer Versteinerungen im Vogtland erhöhte Bedeutung. Bei den Aufnahmen des Blattes Plauen-Oelsnitz in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts gelang es mir, einen solchen am Koßberg bei Kürbitz südwestlich von Plauen aufzufinden. Dringende Arbeiten verhinderten sehr lange eine eingehende Untersuchung. Eine solche konnte erst vorgenommen werden, nachdem in neuester Zeit umfangreiche Schürfungen ausgeführt worden waren. Die Ergebnisse derselben werden von mir in allernächster Zeit zur Darstellung gelangen. Vorläufig sei nur festgestellt, daß es sich bei dem Vorkommen am Koßberg um eine Uferbildung handelt, in welche Pflanzenreste aus nicht zu großer Entfernung eingeschwemmt wurden. Es konnten bisher 14 verschiedene Arten festgestellt werden, welche sämtlich mit solchen aus den schlesisch-mährischen Dachschiefern übereinstimmen. Daraus ergibt sich, daß die Koßbergschichten ein Äquivalent des Kohlenkalkes bilden, und zwar dem obersten Teile dieser Stufe zugehören. Die zur Zeit aufgefundenen und bestimmten Pflanzenreste umfassen folgende Arten: Archaeocalamites radiatus Bgt. Lepidodendron Veltheimianum Sternbg. zum Teil mit Halonia-Skulptur Lepidostrobus Sphenophyllum spec. Rhodea patentissima Ett. Rhodea moravica Ett. Cardiopteris frondosa Goepp. Cardiopteris Hochstetteri Ett. Archaeopteris Tschermaki Stur. Adiantides tenuifolius Goepp. Adiantides Machaneki Stur. Adiantides antiquus Ett. Cycadopteris antiqua Stur. Rhacopteris transitionis Stur.