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Stratigraphische und biologische Studie über den untersten Dogger (Schichten des Lytoceras torulosum [Schübl.]) bei Hetzles am Leyerberg unweit Erlangen (Nordbayern)

Krumbeck, Lothar

Kurzfassung

Vorwort: Von den Inselbergen in der westlichen Umrandung des Frankenjuras sind namentlich drei für die Kenntnis des geologischen Aufbaue dieses Tafellandes von Bedeutung geworden: Hesselberg, Dillberg und Leyerberg (oder Hetzlasberg). Allen gemeinsam ist es, daß an ihren Planken wertvolle Profile durch den Dogger entblößt sind, deren Beschreibung wir vom Leyerberg; W. Waagen und Reuter zu verdanken haben. Fast noch wichtiger, weil im ganzen seltener anzutreffen, erscheinen die Aufschlüsse im Lias, der den Sockel jener Erhebungen bildet. Fesseln uns am Hesselberg mehr der untere und mittlere Lias, so begegnen wir am Fuße des Dillberges wie des Leyerberges Durchschnitten durch den oberen Lias, die wegen ihrer Vollständigkeit für gewisse Horizonte geradezu als klassisch bezeichnet werden dürfen. Verfolgen wir von der im Westen des Leyerberges gelegenen Ortschaft Hetzles den nach Norden und Westen verlaufenden Fahrweg, so führt uns dieser im Bereich des als ,Rentbrunnen" bekannten langen und tiefeingeschnittenen Hohlweges durch eine schwach nordöstlich geneigte Schichtenfolge, die von der Oberkante der Amaltheen-Schichten an das vollständig entblößte, zum erstenmal von F. Pfaff dargestellte Epsilon und Teile von Zeta umfaßt. Oberhalb des Hohlweges betreten wir die wellige Verebnung des obersten Lias und gelangen gar bald an einen Geländeknick, wo sich der untere Dogger in Gestalt der tonreichen Opalinum-Schichten über den Lias zu erheben beginnt. In der Gegend dieses Böschungswechsels hatte zu Beginn des Jahres 1920, als infolge des Mangels an Brennstoffen das ,Ölfieber" auch auf Nordbayern übergriff, eine große Nürnberger Firma auf der Suche nach bauwürdigen Ölschiefern mit der Anlage eines Schachtes begonnen. Ein unserer Wissenschaft günstiger Zufall brachte es mit sich, daß der Schacht, wie sich später herausstellte, bedeutend zu hoch im untersten Teil der mittleren Opalinum-Schichten angesetzt war. ...