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Über die stratigraphische Stellung und Beschaffenheit der roten Permschichten Norddeutschlands

Gagel, C.

Kurzfassung

Zu beiden Seiten der Unterelbe, bei Stade in Nordhannover und bei Lieth in Holstein, stehen merkwürdige ziegelrote Tone, Tonmergel und Sandsteine (z. T. ziemlich grobe Sandsteine) an, die in der Literatur als Oberer Zechstein % gelten. Bei Lieth hat man 1872-1874 1348 m tief in diesen ziegelroten Tonen, Tonmergeln, kalkfreien und Kalksandsteinen (mit Zwischenlagen von Gips und Salz bzw. mit eingewachsenen Salzkristallen) gebohrt, ohne sie zu durchsinken,-10% der Schichtenfolge wird in dem Bohrregister auf Salz gerechnet, und 4-5 Soolquellen verschiedener Starke entsprangen dem Bohrloch. Sandsteine, und obendrein grobe Sandsteine, sind aber dem deutschen Oberen Zechstein völlig fremd, abgesehen von einzelnen Randbildungen im Waldeckschen und bei Frankenberg. Bei Stade hat man ebenfalls mehrfach in diesen roten Schichten mit Salz gebohrt und sie mit 610 m Teufe ebenfalls nicht durchsunken. Sowohl bei Lieth wie bei Stade liegen die ganz typischen, unverwechselbaren Gesteine des mittleren Zechsteins (Zm): ganz dünnschichtige Stinkschiefer, ,Blasenschiefer", Rauhwacken, oolithische Dolomite, ,Asche" und sonstige Residua des mittleren, gipshaltigen Zechsteins oben auf den roten Gesteinen drauf und enthalten bei Lieth, nach freundlicher Mitteilung von E. Naumann, Camarophoria Schlotheimi und Pofycoelia profunda, nach einem Funde von Haack auch Pleurotomoria ct. contrina Gehl. Bei Hemmingstedt bei Heide in Holstein sind diese roten salzhaltigen Schichten in 564-1645 m Tiefe erbohrt ebenfalls nicht durchsunken und werden von transgredierendem Cenoman (event. Obergault) mit Belemnites cf. ultimus überlagert. ...