Original paper

Bemerkungen zum Vortrage des Herrn Gagel über die roten permischen Gesteine Norddeutschlands und vorläufige Mitteilung über Devon in Schleswig-Holstein

Haack, W.

Kurzfassung

Während eines Aufenthaltes in Holstein hatte ich im vergangenen Sommer Gelegenheit, das von Herrn Gagel hauptsächlich behandelte, in den letzten Jahrzehnten fast vergessene Vorkommen von Lieth bei Elmshorn auf leider nur wenige Stunden zu besuchen. Ich war überrascht, recht schöne Aufschlüsse vorzufinden, deren nähere Beschreibungen nach den Ausführungen des Herrn Gagel sich erübrigt. In der kleinen Steingrube 350 m NO der Ziegelei, derselben, in welcher ich die von Herrn Gagel erwähnte Pletirotomaria fand, stand unter dem Diluvium an der Ostwand, also in den wahrscheinlich hangensten Teilen der ganzen Ablagerung, noch ein hier sonst nicht bekanntes Gestein in kleinem Umfange an, nämlich ein ziemlich festes, feinsandiges, kleinbröcklig zerfallendes, aber Spuren von Schieferung aufweisendes rotbraunes und graues Tongestein mit schwachem Kalkgehalt. Die Untersuchung eines Dünnschliffes, die Herr Berg freundlicherweise ausführte, ließ erkennen, daß es sich in keinem Falle um einen Tuff handelt. Man bemerkt in der tonigen Grundmasse reichlichen recht scharfkörnigen Quarzstaub, der, wie Herr Berg meint, äolisch sein könnte. Ob es sich hier um eine sandige Einlagerung in ,Zechsteinletten", also im Oberen Zechstein, etwa einen stark verfestigten Salzton oder, wie ich lieber glauben möchte, um tiefsten Buntsandstein handelt, ist wohl kaum schon zu entscheiden. In letzterem Falle wäre entweder der gesamte Obere Zechstein, Steinsalz und Anhydrit durch Auslaugung verschwunden oder es läge eine Verwerfung vor. Daß der so mächtige rote ,Ton" mit seinen Tuffeinlagerungen wirklich Rotliegendes ist, kann nach den Darlegungen des Herrn Gagel kaum bezweifelt werden, leider, muß man fast sagen, denn nun müssen wir etwaige karbonische Steinkohlenbildungen ja in viel größere Tiefen verlagern. ...