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Zur Geologie des Riesengebirges

Berg, G.

Kurzfassung

Die Theorie von der horizontalen, wenngleich diskordanten Ausbreitung der Granitmassen in den sog. Batholithen, die Herr Cloos für den Bayerischen Wald beweisen konnte, und in seinem Vortrag auch für das Riesengebirge annimmt, scheint in der Tat auch für dieses Gebiet plausibel. Wenn wir eine solche Struktur der Granitmasse annehmen, muß es auch einen oder mehrere Punkte geben, an denen das Magma aus der Tiefe emporquoll, und es spricht manches dafür, daß dieses Aufquellen an den von Herrn Cloos angenommenen Stellen unter dem Kamme des Riesengebirges und im Ostteil des nördlichen Hirschberger Beckens stattfand. Allerdings ist die Stellung des westlichen Reichenberger Lobus der Granitmasse nach völlig ununtersucht und seine äußere Umrißform läßt sich vorderhand noch wenig mit der Annahme eines Eruptionszentrums unter dem Kamm des eigentlichen Riesengebirges in Einklang bringen. Sehr zu begrüßen ist die Feststellung einer gewissen Unabhängigkeit der Gänge aus der basischen Gefolgschaft des Granites von dem ersten primären Gewölbebau des Stammagmas, aus der Herr Cloos wohl ganz mit Recht auch auf einen zeitlichen Hiatus schließt. Das weite Hinausgreifen dieser Gänge ins Nebengestein des Granites und gewisse petrographische Beziehungen der Ganggesteine zu den Effusivgesteinen des Rotliegenden schienen schon immer auf einen etwas loseren Zusammenhang dieser Gesteine mit dem Granit, als etwa der Zusammenhang zwischen Granitmasse und Aplitgängen ist, schließen. Durchaus nicht zustimmen kann ich aber Herrn Cloos, wenn er die treppenförmige Reihe: Kamm, Vorstufe, Hirschberger Kessel anders als durch tektonische Abbruche zu erklären sucht. Die Isoklinalnatur vieler Bergformen in der Vorstufe und im Hirschberger Kessel ist unleugbar, sie wurde sogar für die Abruzzen von mir zuerst aufgezeigt. ...