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Zur Tektonik des Steinheimer Beckens

Kranz, W.; Gottschick, F.

Kurzfassung

In einer Abhandlung ,Das Steinheimer Becken" hat Klähn Ansichten wiedergegeben, die wir nicht für richtig halten. Wir beschränken uns hier auf seine Anschauungen über die ,Tektonik" Nach Klahn soll sich der Klosterberg aus einer im Verband ,nicht gestörten" ,zentralen Doggerscholle", einer ,nördlich davon gelegenen Malmscholle" und ,dem peripheren Randteil" zusammensetzen; das Becken wäre in einen ,Zentralhorst, den Klosterberg" und ,ein System von peripheren Gräben, von denen der östliche durch die Bürgelscholle geteilt wird", an ,tektonischen Linien" zerschnitten. Diese Darstellung halten wir für vollkommen unhaltbar. Damit fallen aber auch die theoretischen Folgerungen, welche Klähn aus seiner Auffassung der Lagerungsverhältnisse zieht, insbesondere seine Stellungnahme gegen die ,Sprengtheorie" (vgl. auch Bentz, Neues zum Problem des Steinheimer Beckens, Zentralblatt f. Min. 1923, S. 97-106; Hennig, Geol. v. Württ. u. Hohenzoll., Berlin 1923, S. 284 bis 288; Begleitworte zur II. Auflage von Bl. Heidenheim 1924; Bentz, Die Entstehung der Bunten Breccie usw., Centralbl. f. Min., B. 1925, S. 97-104, 141-145). I. Jura: Schon die ,geognostische Karte des Klosterbergs im Steinheimer Tertiärbecken" von (Quenstedt, Bach und Hildenbrand) und die Begleitworte zu Blatt Heidenheim 1 : 50 000 geognost. von O. Fraas 1868 erweisen klar, wie ,regellos durcheinandergeworfen" die Juraschichten dort liegen. ,Vergebens sieht man sich nach einer Aufeinanderfolge der Schichten um, es liegen Tone, Kalke, Oolithe mit den betreffenden Leitmuscheln bunt durcheinander, daß sich die bildliche Darstellung mosaikartig gestalte". ... ,So besteht der Klosterberg ... aus einem Haufwerk älteren Juraschuttes". Zu dem gleichen tatsächlichen Ergebnis führten trotz Abweichungen in Einzelheiten die 1904 von Branca und E. Fraas geleiteten Grabungen, deren genaue Lage unsere Skizze 1914 (Taf. I, Abb. 2) verzeichnet. ...