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Zur Geologie der Hochfellngruppe im Chiemgau

v. Wolf, Hans

Kurzfassung

Im Jahre 1910 hat Johannes Böhm in dieser Zeitschrift (Mon.-Ber. Band 62, S. 717) einen kurzen Aufsatz über den Hochfelln veröffentlicht; seitdem ist nichts mehr über dieses Gebiet erschienen. Anläßlich von Aufnahmen, für die geol. Ausgabe von Blatt Reit i. W. 1 : 100 000 habe ich in den Jahren 1922-24 die südliche, auf Blatt Dürnbachhorn der topogr. Karte 1 : 25 000 dargestellte Hochfellngruppe mehrmals besucht. Einige Beobachtungen, die teilweise mit denen Böhms nicht übereinstimmen, seien im folgenden kurz mitgeteilt. Karten: Topogr. Karte von Bayern 1 : 25 000 Blatt 819 Dürnbachhorn. Topogr. Atlas von Bayern 1 : 50 000 Blatt 93-West Seit i. W. Stratigraphische Bemerkungen. Auf engem Baume zusammengedrängt findet sich im besuchten Gebiet die Schichtfolge Wettersteinkalk bis Neokom, mit transgredierendem Cenoman an den zur Urschlauer Ache abfallenden Gehängen. 2 W-O streichende Wettersteinkalkzüge queren das Eschelmoostal: Der eine unmittelbar nördlich der Eschelmooosalm, der andere 1 km weiter nördlich an der Wasserscheide gegen die Weißache. Beide Züge sind von tektonisch stark zugeschnittenen Raibler-Säumen umgeben, von denen der südliche östlich der Furche schnell im Gehänge verschwindet, während der nördliche, der noch die Schichtfolge Sandsteine-Kalke-Dolomite-Rauhwacken erkennen läßt, stark verschmälert über den ,Alabasterbruch" zur Scharte südlich des Thoraukopfes zieht und hier unter den Schutt der Thoraualm untertaucht. Der Hauptdolomit ist entlang den größeren Störungslinien fast überall in eine Reibungsbrekzie verwandelt und wird dadurch außerordentlich ähnlich gewissen ganz aus Dolomitmaterial bestehenden Cenomanbrekzien (s. u.), so daß eine Unterscheidung manchenorts sehr erschwert ist. ...