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Einige methodische Fragen der Grundwasserkunde

Koehne, Werner

Kurzfassung

Die Untersuchung der Grundwasserbewegung durch regelmäßige Beobachtung des Grundwasserstandes ist noch verhältnismäßig neu; es lag in der Natur der Sache, daß man zu Beginn der Arbeiten weder über die zweckmäßigsten Verfahren, noch über die zu verfolgenden wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Ziele volle Klarheit besitzen konnte, solche aber mehr und mehr gewonnen wird, je mehr die Erfahrungen auf diesem Gebiete gesammelt, durchdacht und verarbeitet werden. Das zunächst am meisten in die Augen fallende Ziel bei Grundwasserstandsbeobachtungen ist der Nachweis von Schädigungen bei künstlichen Eingriffen in den Grundwasserstand. Ich möchte aber darauf an dieser Stelle nicht näher eingehen; die seit Jahrzehnten in Preußen in großem Umfange ausgeführten Grundwasserstandsbeobachtungen haben zum großen Teile derartigen Zwecken gedient. Seit 1907 gewannen auch Bestrebungen festere Gestalt, Grundwasserbeobachtungen für allgemeine wissenschaftliche Zwecke unter besonderer Berücksichtigung landwirtschaftlicher Fragen einzurichten. Sie führten zunächst dazu, daß im Jahre 1912 Grundwasserstandsbeobachtungen in den Talniederungen zwischen Luckenwalde und Brandenburg eingerichtet und unter Leitung der Landesanstalt für Gewässerkunde weitergeführt würden. Es wurden dort durchweg vorhandene, wenig benutzte Gebrauchsbrunnen wöchentlich einmal beobachtet. Diese Messungen sind heute noch, wenn auch in stark eingeschränktem Maße, im Gange. Jm Jahre 1914 wurde dann ein allgemeiner Grundwasserbeobachtungsdienst eingerichtet; er untersteht der Landesanstalt für Gewässerkunde im Landwirtschaftsministerium; die örtlichen Dienststellen dafür sind die Kultur-Bauämter. Während der Kriegs- und Nachkriegszeit waren die zu überwindenden Schwierigkeiten so groß, daß man zufrieden sein mußte, wenn es gelang, diese Untersuchungen überhaupt aufrecht zu erhalten. ...