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Einige Bemerkungen über das Sphaerocodien-Konglomerat von Alt-Liebichau bei Freiburg in Niederschlesien

Schindewolf, O. H.

Kurzfassung

I. Historische Einleitung. Obwohl bereits seit Beyrichs Zeiten bekannt, ist die Alterseinschätzung des Konglomerates aus dem Kalkgraben bei Alt-Liebichau und die Deutung der von ihm eingeschlossenen Kalkknollen bis auf den heutigen Tag schwankend und unsicher geblieben. J. Roth hält 1867 die ,Kalke" (d. h. das kalkführende Konglomerat) von Liebichau für gleichaltrig mit denen von Freiburg und Ober-Kunzendorf und stellt sie mit diesen zusammen in das Oberdevon. 1868 spricht sich W. Dames über die Natur der Liebichauer Kalkeinschlüsse dahin aus, daß es sich in ihnen nicht um ,anstehende Gesteine", sondern um oberdevonische Kalke handelt, die auf sekundärer Lagerstätte als Gerölle in Konglomeraten kulmischen Alters liegen. Dieser Auffassung schloß sich 1892 E. Dathe an, indem er gleichfalls von devonischen Kalkgeröllen inmitten kulmischer Konglomerate spricht und diese Deutung auch in der beigegebenen Karte zum Ausdruck bringt. In annähernd gleicher Weise finden wir die Verhältnisse auf dem 1912 erschienenen Blatte Freiburg (Lieferung 145 der Geol. Karte von Preußen und benachb. Bundesst.) dargestellt, mit dem einzigen Unterschiede, daß das bei Dathe als ,Kalksteingerölle" verzeichnete Vorkommen hier die geschlossene Kalksignatur erhalten hat und in der Legende als ,Kalkknollenlager vom Kalkgraben" geführt wird. Diese Änderung geht auf E. Zimmermann I zurück, der zunächst 1911 in dieser Zeitschrift und kurz danach 1912 in den Erläuterungen zu Blatt Freiburg (S. 32 und 40 ff.) seine von Dathe abweichende Auffassung des Alt-Liebichauer Konglomerates begründet hat. ...