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Die Spaltung des Rostrums von Belemnitelta mucronata Schl.

Klähn, Hans

Kurzfassung

Das durch die Existenz einer dorsal/ventral gelegenen Fläche (Grenzfläche) bedingte Helldunkelphänomen am rostralen Teil von Belemnitella mucronata und anderer Belemniten beruht nicht auf Polarisation, sondern z. T. auf Totalreflexion, zum größten Teil aber auf der Verschiebung der Moleküle längs der Grenzfläche. Diese entsteht dadurch, daß an der Bauchspalte nach dem Ableben des Tieres Wasser eindringt, aus welchem Kalk ausgeschieden wird (unter Umständen auch andere Stoffe). Dieser wirkt sprengend, namentlich, wenn er beim Altern in den kristallinen Zustand übergeht (was wohl seltener der Fall ist). Ursprünglich hatte sich der mit zwei in den Dorsalschlitz und in die Ventralfurche passenden Schienen versehene Phragmokon an der Spaltung insofern beteiligt, als seine Ventralschiene zwischen sich und der Bauchspalte einen ganz kleinen Raum frei ließ, in welchen kapillar das Wasser von außen eindrang. Bei der Ausscheidung des kolloidalen Kalkes wurde gleichzeitig ein minimales Aufklaffen der ventralen Rostralseite und die Loslösung des Phragmokons hervorgerufen. Dieser brauchte aber nicht vollständig losgelöst zu werden, Worauf ich in diesem Zusammenhang nicht einging. Der Gang des Aufreißens ist der, daß zuerst die Ventralseite minimal, und zwar von oben nach unten, zu klaffen beginnt, wobei sich die Dorsalseite wie ein Scharnier verhält und im ersten Stadium noch keine Spaltlinie zeigt. Diese wird erst beim Fortschreiten des Vorganges gebildet. Die Rückenlinie ist nie so deutlich wie die Bauchlinie, weshalb auch der Helldunkeleffekt auf der Ventralseite stets stärker als auf der Dorsalseite ist. Beim Anwittern reißt das Rostrum an der Grenzfläche auf, was zu einem Auseinanderfallen desselben führen kann. Mit der Struktur der Belemnitenschale, speziell des Rostrums, hat das Auftreten der Grenzfläche oder der Spaltlinie nichts zu tun.