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Petrographische Verhältnisse der Karbonsedimentgesteine des Donetzbeckens in Rußland

Tschirwinsky, Peter

Kurzfassung

Das Donetzbecken, das mit seinem Reichtum an Kohle sehr wichtig geworden ist, wurde besonders seit 1892 bis zu den letzten schweren Jahren geologisch sehr eingehend untersucht Die Fläche der Karbonablagerungen beträgt hier etwa 22 760 qkm. Die Mächtigkeit erreicht 10 000 bis 12000 m. Die Sedimentgesteine bestehen aus Sandsteinen, Schiefer und untergeordnet aus Kalken (einschl. Eisenerze) und Steinkohle. Die Gliederung dieser Ablagerungen gründet sich nicht nur auf Fossilreste, sondern auch ziemlich stark auf praktische Merkmale und die petrographischen Verhältnisse. Es lassen sich drei Hauptstufen unterscheiden: die untere (C1), die mittlere (C2) und die obere (C3). Weitere Unterabteilungen sind die Horizonte: in der unteren fünf (C11-C15), in der mittleren sechs (C21-C26) und in der oberen drei (C31-C33). Die rein petrographische Untersuchung dieser Karbongesteine ist bis jetzt noch wenig fortgeschritten, und besonders im Auslande ist darüber fast gar nichts bekannt geworden. Es ist aber eine an und für sich sehr interessante Aufgabe, die ich in allgemeinen Zügen hier skizzieren will. Ich stütze mich dabei zum Teil auf das Material, das ich mit meinen Schülern seit 1909 auf verschiedenen Exkursionen gesammelt und allmählich nach Nowotscherkassk gebracht habe. Eine besondere Aufgabe stellt die Erforschung der quantitativen Verhältnisse, die zwischen den verschiedenen Hauptgesteintypen herrschen, dar. In dieser Hinsicht ist im Donetzbecken verhältnismäßig viel gearbeitet worden und meiner Ansicht nach wird dieser Weg nicht nur zu einer Klärung der faziellen Verhältnisse führen, sondern auch zu einer sicheren Feststellung der örtlichen mittleren chemischen Zusammensetzung der Erdkruste. Letzteres ist wieder wichtig, um die Rolle der primären kristallinischen Gesteine richtig zu beurteilen, die die Baustoffe der betreffenden Sedimente geliefert haben. ...