Original paper

Über einen Laufsteg im Liegenden des jüngeren Löß bei Horde i. W.

Bärtling, R.

Kurzfassung

Die Abteilung Hörder Verein der Bergwerks- und Hütten A. G. Phönix erweitert zurzeit die Hochofenanlage zwischen Horde und Brüninghausen (Meßtischblatt Witten) und baut einen 8,6 m tiefen Abwasserkanal in vorwiegender ostwestlicher Richtung von dem bestehenden Hochofenwerk zum Tale der Schondelle. Dieser Kanal durchschneidet eine gleichmäßige unberührte Lößhochfläche, die keinerlei Unebenheiten erkennen läßt. Da die Lößmächtigkeit zwischen 1 und 7 m schwankt, so wird überall noch die Unterlage des Löß in diesem Kanalbau angeschnitten. Die ältesten aufgeschlossenen Schichten gehören dem Produktiven Carbon an und zwar dem mittleren Teile der Fettkohlengruppe. Die Kreidedecke über dem Carbon fehlt hier bereits und beginnt erst 1-1 1/2 km weiter nördlich am Dortmunder Kaiser-Wilhelm-Hain. Das Steinkohlengebirge wird, also unmittelbar vom Diluvium überlagert, in dem such hier in der Hauptsache nur eine Glazialablagerung, die der Hauptvereisung entspricht, und der darüber liegende jüngere Löß unterscheiden lassen. Die Glazialablagerung besteht aus mächtigen Blockpackungen verbunden mit fluvioglazialen Sanden. Es handelt sich also um die Fortsetzung der Hörder Endmoräne, über die bereits früher in dieser Zeitschrift berichtet wurde. Da diese Blockmassen in der Nahe des Emscher-Tales an verschiedenen Stellen zutage treten, wurden sie ursprünglich als Schotterablagerungen einer alten Emscherterrasse aufgefaßt. Schon vor dem Kriege wurde aber durch die zahlreichen großen Aufschlüsse bei Kanalisierungsarbeiten im Stadtgebiet Horde und bei Erweiterung des Güterbahnhofs festgestellt, daß diese Ablagerung mit dem Flüßchen Emscher nichts zu tun hat, sondern daß es sich um Blockpackungen handelt, die der südlichsten Stirnmoräne der Hauptvereisung zuzurechnen sind. ...