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Temperatur und Übersättigung der Laugen bei der Bildung von Kalisalzlagerstätten

Fulda, Ernst

Kurzfassung

1. Bei einem Wüstenklima, wie es heute auf der Erde vorkommt, ist eine Erwärmung gesättigter Mutterlaugen auf mehr als 83° unter einer schwimmenden Salzdecke nur durch Sonnenbestrahlung möglich. 2. Zur Bildung eines Kalisalzlagers ist eine sehr hohe Temperatur notwendig, weil bei niedrigerer Temperatur der Dampfdruck der Mutterlaugen zu gering ist, um eine wirksame Verdunstung und Salzbildung zu ermöglichen. 3. Der Mineralbestand der deutschen Zechsteinsalze beweist eine Bildungstemperatur zwischen 83 und 110°. 4. Die deutschen Zechsteinsalze sind in der Hauptsache eine primäre Bildung der Zechsteinzeit. 5. Bei schneller Eindunstung infolge besonders hoher Temperatur bleiben die Mutterlaugen dauernd an Magnesiumsulfat übersättigt und bilden ein Carnallitgestein auf kieseritischer Unterlage. 6. Bei langsamerer Eindunstung kann sich das chemische Gleichgewicht in den Mutterlaugen annähernd einstellen. Es entsteht dann ein Hartsalzlager mit einer Steinsalzunterlage, in der die Mineralien Vanthoffit, Loeweit und Langbeinit vorkommen.