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Die großen Endmoränenzüge Norddeutschlands

Woldstedt, Paul

Kurzfassung

Mehrfach ist der Versuch gemacht worden, den Rückzug des Eises aus Norddeutschland in seinen Hauptstaffeln zu rekonstruieren. Den jüngsten Versuch dieser Art unternimmt E. Geinitz in seiner Arbeit: ,Die Endmoränen Deutschlands". Zehn Phasen des Rückzugs unterscheidet er, die er auf acht Tafeln zur Darstellung bringt. Geinitz steht bekanntlich auf dem Standpunkt des Monoglazialismus; nach seiner Auffassung ist das Eis von seinem Maximalstande in diesen zehn Staffeln allmählich nach Norden zurückgerückt. Es soll hier nicht auf die Frage: ,Monoglazialismus oder Polyglazialismus" eingegangen werden, sondern es steht zunächst nur die Frage zur Diskussion: Welche Unterlagen sind für die Konstruktion von großen, über weite Erstreckung hin verfolgbaren Eisrandlagen in Norddeutschland vorhanden? Da gilt zunächst für die mit auffälliger Abhängigkeit von der Südgrenze der nordischen Geschiebe gezeichnete ,Sächsische Phase" von Geinitz, daß hier die tatsächlichen Unterlagen für die Annahme einer einheitlichen ausgedehnten Staffel nicht genügend gegeben erscheinen. Moränenartige Bildungen in Sachsen werden mit solchen in der Emsgegend verbunden ohne irgendwelche Zwischenglieder. Ebenso fehlen nach O hin jegliche weiteren Anhaltspunkte für diese Randlage. Über die Moränen dieser ganzen, in früherer Zeit vereisten Gebiete steht heute so wenig fest, daß es einstweilen ziemlich aussichtslos erscheint, hier irgendwelche Zusammenhänge über größere Erstreckung hin zu konstruieren. Die zweite Rückzugsstaffel, die ,L a u s i t z e r P h a s e" umfaßt nach Geinitz im ostelbischen Gebiet den Moränenzug vom Trebnitzer Katzengebirge zum Lausitzer Grenzwall. Er setzt diesen teilweise in den Moränen des Flämings, teilweise in denen des Gräfenhainichener Plateaus fort, und so weit dürfte der Zusammenhang auch wohl einiger maßen zutreffen. ...