Original paper

Über alte geschieferte Amphibolitgänge des Wunsiedler Marmorzuges

Wurm, A.

Kurzfassung

Schon Gümbel hat in seiner Geognostischen Beschreibung des Fichtelgebirges und etwas ausführlicher in der Geologie von Bayern jene eigenartigen amphibolitischen Bänder erwähnt, welche den Wunsiedler Marmor durchsetzen. Eine genauere Untersuchung dieser Vorkommen anläßlich der Exkursionen der Deutschen geologischen Gesellschaft i. J. 1923 hat eine ganze Reihe interessanter Einzelheiten ergeben, die diese kurze Mitteilung rechtfertigen. Weitaus die günstigsten Aufschlüsse zum Studium dieser Vorkommen bieten die großen Bruchanlagen der Firma Retsch u. Co. bei Holenbrunn. An vielen Stellen des Bruches fallen die dunklen Einlagerungen in dem schneeweißen Marmor auf; Ausgangspunkt für unsere Untersuchungen ist ein mächtiges Amphibolitband, das im östlichen Teil des Bruches durch den Marmor zieht (vgl. Abb. 1). Schon eine flüchtige Betrachtung zeigt, daß das Band nicht einheitlich ist, sondern sich aus drei Lagen zusammensetzt. Die untere Lage besteht aus einem im Mittel 1 m mächtigen, schwarzen Amphibolit. Das Gestein ist ziemlich feinkörnig bis dicht und nur stellenweise schwach geschiefert. Es zeigt aber Klüftung, die der Schieferung folgt und ebenso wie diese N 70 O streicht und mit 60° Süd einfällt. Darüber folgt ein graugrünes, stark geschiefertes, chloritschieferähnliches Gestein, das etwa 85 cm mächtig ist. (Schieferung N 700, F. 45 S). Das Hangende bildet wieder ein 2.40 m mächtiger Amphibolit, ähnlich wie im Liegenden, jedoch stärker geschiefert (Schieferung N 750, F 50 S). Der Kalk ist an dieser Stelle massig entwickelt und läßt keine Schichtung erkennen. Die Amphibolitzone fällt achwach nach Wnw ein. Sie läßlt sich nach Westen durch den Bruch weithin verfolgen und biegt, wie man an einem nördlichen Ausläufer des Steinbruches erkennen kann, ziemlich steil flexurartig nach Norden ab. ...