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Molasse und Alpen zwischen Lech und Salzach.

Lebling, Clemens

Kurzfassung

Bei Penck, Alpen im Eiszeitalter, I, S. 191, finden sich folgende Sätze: ,Der kleine Weilberg an der Westseite des (Kochelsee-) Beckens stellt die Walmseite einer großen südlichsten Molassemulde dar, die hier ihr (östliches) Ende erreicht, (Östlich) neben dieser Mulde liegt dort, wo sich der Plysch unter ihr hervorhebt, der nördliche Teil des Kochelseebeckens." Die südlichste oder ,Murnauer" Molassemulde zieht vom Lech-jenseits dessen die Verhältnisse noch wenig geklärt sind-der Flyschzone entlang mit zwei deutlichen Randrippen bis zu jener Walmung, die durch Ostwärtssteigen der Achse und Zusammenschluß der Ränder entsteht. Wer ohne Vorurteil und ohne Vorwissen die Weithofersche Übersicht, die Gümbel'sche Karte oder auch nur die Lepsius'sche Karte (Bl. 27) betrachtet, muß zu dem selben Schluß wie Penck gelangen, nämlich daß dort unter der in die Luft ausstreichenden Mulde das Liegende zutage tritt, und daß dieses Liegende der Flysch ist. Der Beweis dafür liegt darin, daß die Flyschzone östlich des Beckens-also da, wo die Molassemulde bereits fehlt-genau um die Breite dieser Mulde breiter geworden ist, als sie westlich des Beckens gewesen (s. Taf. IX). Nördlich der Murnauer Mulde erstreckt sich eine zweite Molassemulde, besser: ein verwickelt gebauter Muldenzug mit der Penzberger und der Haushamer Sondermulde (Pechkohlenbergbau), er endet bei Feilenbach am Westrande des Rosenheimer Beckens-wieder durch Ansteigen der Achse gegen O. Wieder verbreitert sich östlich davon, jenseits des Inns, die Flyschzone; auch hier scheint die Flyschzone das Liegende der Molasse zu bilden. Ein dritter, nördlichster Muldenzug, die äußersten alpinen Falten enthaltend (Peissenberger und Miesbacher Sondermulden mit Bergbauen) erstreckt sich vom Lech ostwärts bis über Traunstein hinaus; er scheint in gleicher Weise zu endigen wie die anderen. ...