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Zur Fauna des Oberen Alb mit Mastigoceras adpressum Sow. sp. bei Ootmarsum (Holland)

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Unter den Tiefbohrungen, welche die Ryksopsporing van Delfstoffen in den Jahren 1903-1916 unter der Leitung des Direktors Herrn Dr. Van Waterschoot Van Der Gracht längs der Ostgrenze Hollands ausgeführt hat, sind die drei, welche bei Ootmarsum, Coevoerden und Zuidbarge bei Emmen in den Provinzen Overijsel und Drenthe niedergebracht wurden, am weitesten nach Norden gelegen. Es wurde bei Zuid-Barge in 422,50-504 m Teufe grauweiße, weiche Schreibkreide mit Pyritknollen erbohrt und als Obersenon angesprochen. Die Durchsicht der Kernproben von Ootmarsum und Coevoerden, welche Herr Dr. Tesch, Direktor des Rijksgeologischen Dienst, mir anzuvertrauen die Güte hatte, wofür ich ihm auch an dieser Stelle herzlichen Dank sage, ergab deren altkretazisches Alter Ootmarsum. Unter dem Deckgebirge (Diluvium und Tertiär) wurde in 248 m die Kreideformation erreicht, die Bohrung selbst bei 366 m eingestellt. Es liegen mir Kernproben von 292 m ab vor, diejenigen zwischen 248 und 292 m gehören nach freundlicher Mitteilung des Herrn Tesch demselben Zeitabschnitt wie die tieferen an. Das Gestein ist ein hellgrauer, milder Ton, der an der Zunge klebt, im Wasser rasch zerfließt und, mit Salzsäure betupft, lebhaft braust. In 325,10, 325,75, 330,80 und 340,80 m Tiefe ist der Ton dunkelweinrot geflammt. Die organischen Einschlüsse zeigen sich auf nachstehende Tiefen verteilt: 292 m Plattige, faserig struierte Schalenbruchstücke und einzelne Kalkfasern weisen auf Inoceramenreste hin. Ferner liegen Mastigoceras adpressum Sow. sp. und Neohibolites minimus (List.) var. media Stolley vor. 295 m Neohibolites minimus (List.) (Alveolarstück von 5 mm Länge); Lingula cf. truncata Sow. etwa 300 m Anomia cfr. papyracea D'orb., Inoceramus concentricus Park. Diese Kernprobe ist nicht mit Tiefenbezeichnung versehen und nach dem Durchmesser geschätzt. ...