Original paper

Der sogenannte ,Syrische Bogen" und die erythräische Geosynklinale

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

Für das Verständnis der komplizierten Tektonik der Gebirge unseres deutschen Vaterlandes kann es nur von Vorteil sein, sich auch mit der Tektonik anderer Länder zu befassen, um durch Vergleiche: mit den anderswo beobachteten Erscheinungen dem Wesen der Gebirgsbildung näher zu kommen. Außerhalb Europas bietet innerhalb der Alten Welt besonders das Berührungsgebiet zwischen dem Faltenland Eurasien und dem afrikanisch-syrisch-arabischen Tafelland, im speziellen Syrien und das Bote-Meer-Gebiet, das zugleich den Nordteil des großen ostafrikanischen Grabenzuges einnimmt, für uns manches. Interesse, weil es mit dem Rheintalgraben und anderen Gebieten Westdeutschlands verglichen werden kann. Die erste zusammenfassende, aber noch sehr lückenhafte Darstellung in Suess ,Antlitz der Erde". 1885, später vervollständigt in der Abhandlung ,Die Brüche des östlichen Afrika" 1819, war eigentlich etwas verfrüht, weil die Kenntnis der einzelnen Teile noch zu unvollkommen war, und erscheint heute veraltet, besonders weil Suess zu einseitig in seiner Theorie der Tafelschollen- und Senkungstektonik befangen war und für die afrikanischsyrische Tafel keine echten Faltengebirge zulassen wollte. Suess Schüler C. Diener bot in seinem schönen Buche ,Libanon, Grundlinien der physischen Geographie und Geologie von Mittelsyrien 1886" die für das Verständnis der Tektonik Syriens notwendigen Einzeldaten, verharrt aber bei deren Erklärung im wesentlichen noch auf dem Standpunkt seines Lehrers und Meisters. Eine zweite, schon genauere Übersicht der ,Strukturlinien Syriens und des Boten Meeres" gab ich selbst dann im Jahre 1893 in der v. Richthofen-Festschrift als Entgegnung gegen Suess und Diener. ...