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Isometrische Raumbilder in Bergbau und Geologie - Diskussionsbemerkung zu dem Vortrag von W. Henke

Stach, Erich

Kurzfassung

Als ich 1922, veranlaßt durch Bedürfnisse der Bergbaupraxis dazu gelangte, Würfeldiagramme geologischer, Lagerungsverhältnisse zu konstruieren, welche die Vorteile der äußerst leichten Herstellungsweise bei mathematischer Genauigkeit und der räumlichen Anschaulichkeit der Zeichnung miteinander verbanden, war mir als Geologen die mathematische Literatur, insbesondere die ausländische mathematische Literatur, begreiflicherweise nicht so vertraut, daß es mir möglich gewesen wäre, festzustellen, daß bereits 1820 ein Engländer diese Methode für technische Zeichnungen verwendete. In den Mitteilungen aus dem Markscheidewesen und in dieser Zeitschrift hat nun K. Lüdemann-Freiberg mit geradezu bewunderungswürdigem Fleiß die Literatur über die isometrische Projektion zusammengestellt, nur um nachzuweisen, daß diese Darstellungsart nicht neu, sondern längst bekannt ist. Ich bin Herrn Lüdemann für diese sehr verdienstvolle ausführliche Literaturzusammenstellung durchaus dankbar. Ich bedaure nur, daß Lüdemann nicht vor dem Erscheinen meiner Abhandlung über das Würfeldiagramm auf den Wert der isometrischen Raumbilder für Bergbau und Geologie hingewiesen hat, da ihm dieser doch anscheinend bekannt war. Mir wäre dadurch die monatelange Mühe und Zeit erspart geblieben, aus mir selbst, nach den zahlreichsten Versuchen den Weg zur isometrischen Raumbilddarstellung zu finden, der, nachdem ich vorher andere Hilfsmittel und Muster konstruiert hatte, zur Konstruktion des Stereopapiers und des Stereotransporteurs führte, die, wie sich nun herausgestellt hat, beinahe vollständig mit dem bereits von Sopwith und Grimshaw angegebenen übereinstimmen. Die Lüdemannsche Ansicht über den Gebrauch der isometrischen Projektion bedarf aber noch einer nicht unwesentlichen Richtigstellung. ...